Finanzielle Förderung für Hamburger Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppenarbeit ist ehrenamtlich und Privatsache. Doch manchmal gibt es für Gruppen kleinere regelmäßige Kosten oder es entsteht eine Projektidee mit einmaligen Kosten. Über Krankenkassen, Pflegekassen und Staat gibt es die Möglichkeit finanzielle Unterstützung zu erhalten.
Schon über 30 Jahre  ist das Modell „Hamburger Selbsthilfegruppen-Topf“ ein bewährtes Instrument zur Förderung von Selbsthilfegruppen aus den Bereichen Gesundheit, schwierige Lebenssituationen  und Pflege in Hamburg. 2021 haben sich die Zusammensetzung des Gremiums und das bisherige Antragsverfahren geändert. Über diesen Veränderungsprozess hatten wir in der Vergangenheit ausführlich berichtet. Für Selbsthilfegruppen in Hamburg gibt es in Zukunft zwei unterschiedliche Fördermöglichkeiten.

Über den Hamburger Selbsthilfegruppen-Topf können pflegebezogene Selbsthilfegruppen, gesundheitliche Selbsthilfegruppen und Selbsthilfegruppen von und für Menschen in schwierigen Lebenssituationen finanzielle Förderung erhalten.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen fördern ausschließlich gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen und -organisationen.

KISS Hamburg berät weiterhin in allen Fragen zur finanziellen Förderung der Selbsthilfegruppen.

Förderung durch den Selbsthilfegruppen-Topf für alle Selbsthilfegruppen

Lebenslagen-, pflegebezogene und gesundheitliche Selbsthilfegruppen haben weiterhin die Möglichkeit, über den Selbsthilfegruppen-Topf finanziell gefördert zu werden.

Dafür nutzen Sie bitte das zwischen der Sozialbehörde und den gesetzlichen und privaten Pflegekassen in Hamburg abgestimmte, aktualisierte Antragsformular. Wie bisher auch entscheidet ein Gremium aus gewählten Vertreter*innen der Selbsthilfegruppen, Politiker*innen der in der hamburgischen Bürgerschaft vertretenden Fraktionen, Vertreter*innen der gesetzlichen und privaten Pflegekassen, Vertreter*in der Sozialbehörde über die vorliegenden Anträge aus diesen Bereichen.

Download:
Gruppen

Lebenslagen- und gesundheitsbezogene Gruppen nutzen bitte dieses Antragsformular (kann am PC ausgefüllt werden).

Gruppen aus dem Bereich Pflege nutzen bitte dieses Antragsformular (kann am PC ausgefüllt werden).

Merkblatt

Verwendungsnachweis


Die Antragsfrist endet am 31. Januar des Förderjahres.

Projektanträge können zunächst formlos, unter Beifügung eines Finanzierungsplanes, an unser Selbsthilfegruppen-Topf-Büro gerichtet werden.
Gruppen aus dem Bereich Pflege haben für bundesweite Selbsthilfetätigkeiten die Möglichkeit, Projektanträge beim GKV Spitzenverband zu stellen.

 

Förderung durch die Krankenkassen (nur für gesundheitliche Selbsthilfegruppen)

Wie im Leitfaden zur Selbsthilfeförderung nach §20h SGB V festgelegt, stellen die Vertreter*innen der gesetzlichen Krankenkassen und ihrer Verbände (GKV) zukünftig auch den Hamburger Selbsthilfegruppen aus dem Gesundheitsbereich das neue Antragsformular zur Verfügung. Die Vertreter*innen GKV werden zukünftig über die vorliegenden Anträge der Selbsthilfegruppen aus dem Gesundheitsbereich entscheiden. Vertreter*innen der Selbsthilfe sind lt. Leitfaden weiterhin beratend einzubeziehen.

Die Antragsfrist endet am 31. Januar des Förderjahres.

Gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen können finanzielle Unterstützung für Projekte direkt bei den einzelnen Krankenkassen beantragen.

Download:

Antragsformular (PDF),

Verwendungsnachweis für Anträge unter 500 Euro,

Verwendungsnachweis für Anträge über 500 Euro.

Einen Überblick über die Selbsthilfeförderung der Hamburger Krankenkassen/-verbände (GKV) finden Sie hier: https://www.gkv-selbsthilfefoerderung-hh.de

Vereinfachtes Verfahren während der Corona-Pandemie

Der GKV-Spitzenverband hat die Krankenkassen gebeten, das Verfahren der Selbsthilfeförderung während der Corona-Pandemie anzupassen. Die empfohlene Änderung betrifft die erforderlichen Unterschriften von zwei Selbsthilfevertreter*innen bei Förderanträgen und Verwendungsnachweisen. In einer E-Mail-Nachricht des GKV-Spitzenverbandes an die NAKOS heißt es:
"In Abstimmung mit den Verbänden der Krankenkasse auf Bundesebene (...) haben wir [den Krankenkassen] empfohlen, sofern die zweite Unterschrift aufgrund ausfallender Treffen etc. nicht vorgelegt werden kann, kurzfristig eine E-Mail-Bestätigung der zweiten unterschriftsberechtigten Person einzuholen. Ungeachtet dessen sind fehlende Unterlagen mit den Original-Unterschriften innerhalb von zwei Monaten nachzureichen. Sofern weitere Einzelunterlagen fehlen, die für die Bewilligung notwendig sind, sollen diese auch in digitaler Form zugesendet werden können. Auch diese Unterlagen sind dann innerhalb einer Frist von zwei Monaten im Original nachzureichen."

Im Leitfaden zur Selbsthilfeförderung des GKV-Spitzenverbandes ist eigentlich festgelegt: "Anträge und Verwendungsnachweise sind von zwei legitimierten Vertreterinnen oder Vertretern des Antragstellers zu unterzeichnen." Der GKV-Spitzenverband hat sich zu dieser "pragmatischen Lösung" entschieden, "um die Arbeit der Selbsthilfe für chronisch kranke Menschen, die in der Corona-Krise besonders gefährdet sind, zu unterstützen und insbesondere die hierfür notwendigen Fördermittel zeitnah zur Verfügung zu stellen".

Förderung von Selbsthilfeorganisationen

gemäß § 20h SGB V

Gemäß den Regelungen des § 20 h SGB V fördern die gesetzlichen Krankenkassen die Aktivitäten von Selbsthilfeorganisationen auf Landesebene.

Selbsthilfeorganisationen können Pauschal- und Projektförderung erhalten.

 

gemäß § 45d SGB XI

Gemäß den Regelungen des § 45 d SGB XI besteht seit 2013 für Selbsthilfeorganisationen aus dem Bereich Pflege die Möglichkeit eine finanzielle Förderung aus Mitteln der gesetzlichen und privaten Pflegekassen zu erhalten. Informationen erhalten Sie über uns (Kontakt und Beratungszeiten siehe unten).

 

Pauschalförderung für Selbsthilfeorganisationen

Zur Abwicklung der Pauschalförderung für Selbsthilfeorganisationen bilden die Hamburger Krankenkassen eine Koordinierungsstelle, die mit KISS Hamburg und der Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen e.V. zusammenarbeitet.

KISS Hamburg berät Organisationen zu den Fördermöglichkeiten. Die Mittelvergabe erfolgt durch die Koordinierungsstelle der Krankenkassen. KISS Hamburg und die Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen e.V sind beratend an der Entscheidung über die Mittelvergabe beteiligt.

Weitere Informationen zur Selbsthilfeförderung der Krankenkassen finden Sie im aktualisierten Leitfaden zur Selbsthilfeförderung für 2021: "Leitfaden zur Selbsthilfeförderung in der Fassung vom 27.08.2020" (pdf)

Antragsformulare, Kontaktdaten und weitere Informationen finden Sie auf der Seite der GKV.

Kontakt und Beratung

Zu allen Fragen der finanziellen Förderung für Selbsthilfegruppen in Hamburg beraten wir telefonisch (oder nach vorheriger Anmeldung auch persönlich):

Montag 10 - 13 Uhr, Mittwoch 14 - 17 Uhr und nach individueller Vereinbarung.

KISS Hamburg, Kontaktstelle Wandsbek
Claudia Szottka
Schloßstraße 12
22041 Hamburg
Tel. 040/537 97 89-72
E-Mail: selbsthilfefoerderung@paritaet-hamburg.de

Wir beraten Sie gerne!

Selbsthilfe-Telefon: 040 / 39 57 67

Montag -  Donnerstag von 10 bis 17 Uhr

 

Aktuell geöffnet

Persönliche Termine, auch außerhalb der Sprechzeiten, bieten wir Ihnen nach vorheriger Vereinbarung und unter Einhaltung der 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) an.