Weiterentwicklung der gesundheitlichen Versorgung in Hamburg

Gesundheitskioske, MVZ, ISGZ oder auch die Frage um die Verteilung der ambulanten ärztlichen Versorgung werden aktuell sehr in der Bürgerschaft und den Verbänden diskutiert. Nachdem die drei Angebote des Gesundheitskioskes im Osten Hamburg endlich finanziell gesichert werden konnten, stellt sich tatsächlich die Frage, ob diese ein Erfolgsmodell auch für andere Regionen darstellen könnten. Passend dazu gibt es eine Reihe von Diskussionsbeiträgen in Hamburg, die sich mit der Weiterentwicklung und auch mit Fehlentwicklungen im Gesundheitswirtschaftswesen befassen. So lehnt etwa die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die von der Politik geförderte Implementierung von Stadtteil-Gesundheitszentren (ISGZ) ab (siehe Artikel in der Ärztezeitung), da dort die Praxiskosten von der Sozialbehörde subventioniert werden. Dies stellt gegenüber den damit in direkter Konkurrenz stehenden niedergelassenen Ärzt*innen einen finanziellen Vorteil dar. Die KV bevorzugt dagegen das Modell der Vernetzungsarbeit, wie sie die Hamburger Gesundheitskioske betreiben.

Parallel dazu gibt es zunehmende Kritik seitens der KV daran, dass Finanzinvestoren bewusst Eigentümer von Medizinischen Versorgungszentren werden, Gesundheit also noch verstärkter als Ware gesehen wird und es immer mehr um die Renditemöglichkeit von fachfremden Firmen geht. Gleichzeitig streiten sich Politik und Ärztevertretende um die Versorgungssituation in Hamburg, da unser Bundesland faktisch zum Teil „überversorgt“ zu sein scheint, sich andererseits auf Ebene der Stadtteile in der Verteilung bestimmter Fachärzt*innen große Lücken auftun.

Auch der Sozialverband (SoVD) in Hamburg spricht sich klar für die Aufteilung von Hamburg in kleineren Planungseinheiten aus, um die (fach)ärztliche Versorgung vor Ort sicher zu stellen. Die derzeitige Regelung wird als Hindernis angesehen, eben „Mauern statt Patientenwohl“, so die Überschrift in der Mai-Ausgabe der Verbandszeitung „Soziales im Blick“.
Die Zukunft wird zeigen, ob und wie hier die Debatten zu sinnvollen Lösungen für die Stadtgesellschaft und die von Krankheit Betroffenen erarbeitet werden.

Frank Omland
Öffentlichkeitsarbeit

 

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