Virtuelle Selbsthilfe, ein Hamburger Zwischenstand

Im Zuge der Aktualisierung unserer Datenbank über die Hamburger Selbsthilfegruppen (Stand: Mai 2022) und -verbände zählen wir auch die uns bekannten virtuellen Angebote, d.h. die Online-Meetings aus. Im Ergebnis sind es weniger, als man erwarten könnte. So bieten mindestens 32 Gruppen bzw. Verbände der Selbsthilfe Online-Treffen an. Davon entfallen zehn auf den Suchtbereich, drei auf Long- bzw. Post-Covid, zwei zu den Themen Kinderwunsch bzw. ungewollte Kinderlosigkeit sowie je eines auf Ess-Störungen, psychische Erkrankungen, soziale Phobien, Diabetes, Lymphselbsthilfe, Reizdarm, Parkinson, Histaminose, Migräne, Gadoliniumvergiftung, Angehörige von an ME/CFS Erkrankte, Krebs bzw. Darmkrebs, Behinderungen, Angehörige von Verschwörungsanhängern, Kontaktabbruch zur Familie sowie eines zum Thema Endometriose.

Von den 113 Selbsthilfe-Verbänden, die wir für Hamburg durchgegangen sind, haben mindestens 16 virtuelle Angebote. Damit hält knapp jeder siebte Verband videobasierte Online-Angebote vor. Hinzu kommen noch Chat-Räume bzw. Foren. Auch unter den Verbänden ist insbesondere die Suchtselbsthilfe mit den meisten Angeboten vertreten und hier wiederum die anonymen Gruppen wie etwa Anonyme Alkoholiker oder auch Narcotics Anonymous.

Gemessen an den bei KISS Hamburg aktuell registrierten 1.102 Gruppen und Verbänden erscheint die Anzahl der Online-Meetings relativ gering. Ob dies daran liegt, dass KISS einfach nicht alle Neuerungen der Gruppen bekannt sind oder sich trotz der Pandemie die meisten auf anderen Wegen austauschen (persönliche Treffen, Chat-Räume, Messenger-Dienste, Telefon(konferenzen), u.v.m.), lässt sich schwer beurteilen. Da in der „KISS Hamburg Selbsthilfe“-App aktuell 16 Chat-Räume und nur einige wenige Videokonferenzen genutzt werden, deutet das darauf hin, dass es genügend Angebote zu geben scheint.

Aufgrund fehlender Vergleichsdaten aus anderen großstädtischen Selbsthilfekontaktstellen ist es zudem nicht möglich einzuordnen, ob das Ergebnis für Hamburg eher unter- oder überdurchschnittlich ausfällt. Interessant wird sein, ob sich die Situation nach der Pandemie – mit der Zunahme der Präsenztreffen – noch einmal verändern wird.

Frank Omland
Öffentlichkeitsarbeit

 

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