Das Robert-Koch-Institut veröffentlicht regelmäßig Frauengesundheitsberichte. Den letzten haben wir 2021 ausführlich besprochen, zu finden auf unserer Website unter diesem Link. Die jetzt erschienene 76seitige Broschüre beruht auf diesem und wurde um neue Daten sowie bestimmte Schwerpunkte ergänzt. Außerdem wird in der Broschüre regelmäßig mit Verlinkungen auf den Frauengesundheitsbericht verwiesen.
Die Publikation vermittelt durch kurze und knappe Zusammenfassungen und mit Hilfe von Grafiken und Abbildungen einen schnellen Überblick zur Frauengesundheit. Zuerst werden grundsätzliche Infos zum subjektiven Gesundheitsgefühl gegeben (2/3 der Frauen schätzen ihre Gesundheit als gut/sehr gut ein) und zur aktuellen Lebenserwartung bei Geburt (83,4 Jahre). Bei letzterer wird allerdings immer gerne übersehen, dass dies eine Prognose auf die Zukunft ist und damit erst faktisch in 84 Jahren statistisch überprüft werden kann (S. 11). Es folgen auf jeweils einer bis zwei Seiten Informationen zu bestimmten Erkrankungen (u.a. Diabetes, Krebs, psychische Erkrankungen), zum Gesundheitsverhalten (Sport, Ernährung, Gewicht, Rauchen, Alkohol), der Gesundheitsversorgung (Prävention, Reha, Arztbesuche, Frauen in Gesundheits- und Pflege berufen) sowie ein Abschnitt „Im Fokus“, wo es um weitere auf die Lebenswelten von Frauen- und Mädchen bezogene Fragestellungen geht (u.a. soziale Ungleichheit, Corona-Pandemie, Gewalt uvm.). Dabei wird aber – ähnlich wie in den vorherigen Abschnitten – nur schlaglichtartig das jeweilige Thema kurz beleuchtet. Angesichts der Kürze von 76 Seiten ist das verständlich, doch wäre manchmal ein Mehr an Infos hilfreich gewesen. So fällt u.a. beim Thema „Frauen in der Corona-Pandemie“ auf, dass das Thema auf vier Seiten weder auf Fragen zu Impffolgen eingeht, noch auf die von Post-Covid (S. 52-56). Angesichts der überdurchschnittlich großen Anzahl von Frauen, die davon betroffen sind, ist das für eine aktuelle Broschüre des RKI nicht nachvollziehbar.
Wer sich einen ersten schnellen Überblick zum Thema Frauen und Gesundheit verschaffen möchte, sollte den Kurzbericht auf jeden Fall anschauen.
Frank Omland
Öffentlichkeitsarbeit