Einfache Sprache, leichte Sprache, verständliche Sprache?

KISS Hamburg stellt auf seiner Website – ähnlich wie andere Selbsthilfekontaktstellen – auch eine Unterseite mit einer Einführung in leichter Sprache zur Verfügung. Solche Texte werden in der Regel durch – mehr oder weniger gelungene Zeichnungen – unterstützt und von speziellen „Übersetzungsbüros“ angefertigt. Und natürlich schauen sich alle Akteure jeweils bei den anderen danach um, ob es dort gelungenere Umsetzungen gibt. Aktuell hat das Selbsthilfe-Büro Niedersachsen ihre „Informationsmappe Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung“ auch in leichter Sprache übertragen, sodass jetzt die drei Materialien zu den Kontaktstellen, den Themen der Selbsthilfe sowie der Überblick zu den Selbsthilfeorganisationen jeweils in einer Art Vorwort in leichter Sprache eingeführt werden. Ob dies den Zugang erleichtert, wird die Praxis erweisen müssen:

Einen nur scheinbar ähnlichen Weg haben die Kolleg*innen der KIBIS in Mannheim gewählt, als sie ihr aktuelles Magazin unter das Motto „Einfach Selbsthilfe“ gestellt haben. Die Mannheimer*innen haben regelhaft in jeder Ausgabe auf einer Seite eine Zusammenfassung der zentralen Inhalte der Selbsthilfe in leichter Sprache verfasst. Eine überlegenswerte Idee auch für andere Printmedien der Selbsthilfe-Szene, wobei sich ergänzend die Frage stellt, ob dann nicht zumindest einige konkrete Inhalte immer einbezogen werden sollten. In der aktuellen Ausgabe des Gesundheitstreffpunkts ging die Redaktion einen weiteren Schritt und hat den Versuch unternommen, das Heft in leicht verständlicher Sprache zu schreiben: „Wir haben uns entschieden, einfach verständlich zu schreiben. Wir wollten nicht in Leichter Sprache verfassen. Es war uns wichtig, die Arbeit der Selbsthilfe verständlich und einfach darzustellen. Wir wollten damit viele Menschen erreichen“, so die Geschäftsführerin Bärbel Handlos im Vorwort. www.gesundheitstreffpunkt-mannheim.de/gesundheitspress/ Das ist ein weiterer interessanter Ansatz, wobei sich die grundsätzliche Frage stellt: Wen wollen wir konkret mit welchem Medium erreichen, oder anders ausgedrückt: Lässt sich zielgruppenübergreifend ein Printmedium so gestalten, dass die sehr unterschiedlichen sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten der Lesenden tatsächlich gut berücksichtigt werden können? Ich habe da für die Praxis einige Zweifel und frage mich, ob es nicht ergänzend sinnvoller wäre, dass wir die finanziellen und personellen Mittel bekommen, um dieselben Inhalte an unterschiedliche Gruppen weiterzugeben. Es gilt, die einen nicht zu unterfordern und die anderen nicht zu überfordern und gleichzeitig neue Wege auszuprobieren, wie dies in unseren Medien im Sinne von Inklusion doch besser als bisher umgesetzt werden könnte.

Frank Omland, Öffentlichkeitsarbeit

Wir beraten Sie gerne!

Selbsthilfe-Telefon: 040 / 39 57 67

Montag - Dienstag von 10 bis 16 Uhr

Mittwoch - Donnerstag von 12 bis 18 Uhr

 

Aktuell geöffnet

Pandemiebedingt findet bis auf Weiteres in unseren Kontaktstellen keine persönliche Beratung statt. Telefonisch stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Bitte nutzen Sie das Selbsthilfe-Telefon.