Selbsthilfe für pflegende Angehörige
Pflege von Angehörigen bringt viele Herausforderungen mit sich. Die körperliche und emotionale Belastung kann den Alltag stark beeinflussen. Pflegende Angehörige leisten jeden Tag enorm viel, oft im Verborgenen und bis an die eigene Belastungsgrenze. Selbsthilfegruppen bieten einen Ort, an dem das sichtbar werden darf.
In einer Selbsthilfegruppe können Sie Unterstützung und Halt finden und sich auf Augenhöhe mit Menschen in einer ähnlichen Lebenslage austauschen. Dieser Austausch kann Entlastung bieten und neue Perspektiven öffnen, die den Pflegealltag leichter machen und zeigen: Ich bin mit meinen Sorgen nicht allein.
Entlastung – Wer ausspricht, was ihn belastet, trägt es leichter.
Orientierung – Andere haben ähnliche Erfahrungen gemacht und wissen, was hilft.
Vernetzung – Aus Gesprächen werden manchmal Kontakte, die dauerhaft tragen.
Stärkung – Selbsthilfe stärkt das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit.
Wer kann teilnehmen?
Eine Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige ist eine regelmäßige Gesprächsrunde für Menschen, die einen Angehörigen pflegen oder betreuen. Egal ob Eltern, erwachsende Kinder, Partner*innen oder andere Angehörige von Menschen mit Pflegebedarf – hier sind alle willkommen. Für den Austausch in der Selbsthilfe müssen Sie nicht erst an deiner Belastungsgrenze sein, je früher Sie in den Austausch kommen, desto eher können Sie dadurch Entlastung erfahren.
Wie finde ich eine Gruppe?
Aktuell befindet sich unser Angebot im Bereich der Selbsthilfe für pflegende Angehörige im Aufbau. Wir suchen deshalb gerade Menschen, die Lust haben Teil einer neuen Gruppe zu werden und sie mit unserer Unterstützung aufzubauen.
Melden Sie sich dazu gerne bei mir unter 040 - 399 263 39 (Mi. 10-12 Uhr, Do. 15-17 Uhr).
Andrea Ostertag
(Selbsthilfeberaterin
Schwerpunkt Pflegende Angehörige)
FAQ
1. Was ist eine Selbsthilfegruppe?
Eine Selbsthilfegruppe ist eine regelmäßige Gesprächsrunde mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder in einer ähnlichen Lebenssituation sind und sich darüber austauschen möchten. Die Gruppe trifft sich eigenverantwortlich, ohne eine professionelle Leitung. Dabei steht der gemeinsame Austausch auf Augenhöhe im Mittelpunkt.
2. Für wen ist eine Gruppe geeignet?
Für alle, die Angehörige pflegen oder betreuen, unabhängig von der Erkrankung, der Pflegesituation oder dem Hilfebedarf. Es gibt beispielsweise thematisch spezifische Gruppen, wie im Bereich Demenz oder auch ganz allgemeine Gruppen. Bei der Suche unterstützt Sie KISS gerne. [Gruppe finden]
3. Was muss ich vor dem Besuch beachten?
Wenn Sie sich für eine Gruppe entschieden haben, nehmen Sie im Regelfall Kontakt mit der Gruppe auf, direkt oder über KISS und erfahren den Treffpunkt und weitere Einzelheiten zum Treffen. Ansonsten kommen Sie einfach so, wie Sie sind. Es gibt keine weiteren Erwartungen. Der einzige „Beitrag" ist Ihre Bereitschaft, zuzuhören und von sich zu erzählen, so viel oder so wenig, wie Sie möchten.
4. Kostet die Teilnahme etwas?
Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen ist grundsätzlich kostenlos. Bei einzelnen Gruppen kann ein kleiner Beitrag für Raumkosten anfallen. Das wird vorab transparent kommuniziert.
5. Was wird in der Gruppe besprochen und bleibt das vertraulich?
Die Inhalte der Gespräche bleiben innerhalb der Gruppe. Verschwiegenheit ist eine wichtige Grundregel in der Selbsthilfe. Es wird besprochen, was die Teilnehmenden bewegt: der Pflegealltag, emotionale Belastungen, praktische Fragen zum Pflegealltag, aber auch positive Erfahrungen und Lösungsansätze.
6. Ich habe kaum Zeit. Lohnt sich das trotzdem?
Gerade dann, wenn die Zeit knapp ist, ist der Austausch oft besonders wertvoll. Viele Menschen fühlen sich nach den Treffen entlastet und handlungsfähiger. Durch die Abstände der Treffen, die oft ein- bis zweimal im Monat stattfinden, sind sie meist gut in den Alltag integrierbar.
7. Ist die Selbsthilfegruppe ein Ersatz für therapeutische oder medizinische Unterstützung?
Nein. Eine Selbsthilfegruppe ersetzt keine Therapie, keine ärztliche Behandlung und keine professionelle Beratung. Sie kann aber eine sinnvolle Ergänzung sein. Besonders dann, wenn es darum geht, den Alltag besser zu bewältigen und sich nicht allein zu fühlen. Wer sich in einer akuten Krise befindet, sollte sich zusätzlich professionelle Unterstützung suchen.
8. Gibt es auch andere junge Menschen in einer ähnlichen Situation?
Ja, auch wenn es im Alltag oft nicht sichtbar ist. Viele junge Menschen übernehmen Verantwortung in der Pflege von Angehörigen. Sie werden oft „Young (Adult) Carer“ genannt. In einer Selbsthilfegruppe wird diese oft unsichtbare Situation sichtbar und kann besprochen werden. Wir möchten jungen Menschen ab 18 Jahren gerne einen eigenen Platz für Austausch bieten. Trotzdem hat man auch in einer altersbezogen gemischten Gruppe die Möglichkeit, gegenseitiges Verständnis und Verbindungen zu finden.
Wir beraten Sie gerne
Montag - Donnerstag, 11 - 17 Uhr
Selbsthilfe-Telefon 040 / 39 57 67
schriftliche Online-Beratung:
zeitlich unabhängig
Aktuell geöffnet
Persönliche Beratungs-Termine in einer unserer Kontaktstellen erhalten Sie nach vorheriger Vereinbarung.