Forum Neue Wege in der Selbsthilfe

Das Forum ist Teil des von KISS Hamburg und der AOK Rheinland/Hamburg gemeinsamen initiierten Projekts „Neue Wege in der Selbsthilfe“ und richtet sich an Interessierte und Expert*innen in und außerhalb der Selbsthilfe, die sich über die Zukunft der Selbsthilfe austauschen und praktische Handlungsoptionen für ihre Arbeit gewinnen möchten.

12. Forum „Online-Community trifft Selbsthilfe – mit digitalen Tools neue Zielgruppen erreichen“

20. Oktober 2021
19.00 - 21.00 Uhr
Digital als Video-Meeting
 

Gesundheitsbezogene Themen gewinnen in den sozialen Medien zunehmend an Bedeutung. In Blogs, Podcasts, YouTube-Vlogs, Instagram-Storys und TikTok-Clips berichten Expert*innen ungefiltert über ihre Arbeit und sensibilisieren für gesundheitliche und soziale Themen. Betroffene und Angehörige nutzen digitale Medien und soziale Netzwerke als Informationsquelle, Orientierungshilfe und Sprachrohr.

Gemeinsam mit Influencer*innen und Netzwerker*innen gehen wir der Frage nach, wie gesundheitliche Themen am besten online platziert werden, was eine gute Story ausmacht und wie Online-Communities nachhaltig auf- und ausgebaut werden können.
 

Das Programm folgt in Kürze!

Anmeldung bis zum 18. Oktober 2021 unter: selbsthilfeprojekt@paritaet-hamburg.de

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Internetzugang (Ethernet oder W-LAN). Alle weiteren Zugangs-Informationen erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.
 
Bitte informieren Sie uns, falls Gebärden- und Schriftdolmetschende gewünscht werden.

11. Forum "Digitaler Wandel in der Selbsthilfe", Mai 2021

Seit dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr haben wir einen enormen Digitalisierungsschub erlebt, der alle Lebensbereiche umfasst. Der digitale Wandel ist da und lässt sich kaum mehr zurückdrehen. Doch wie kann eine digitale Weiterentwicklung in Vereinen, Organisationen und Gruppen nachhaltig gelingen? Gemeinsam mit Expert*innen aus der Selbsthilfe und angrenzenden Praxisfeldern ist das Forum dieser Frage nachgegangen und hat einen Ausblick in die Zukunft gewagt.

„Die rasante technische Weiterentwicklung wird in fünf Jahren so fortgeschritten sein, dass wir mit dem Kopf schütteln, über was wir heute gesprochen haben.“ Marc Hasselbach (Digitale Soziale Arbeit).

In seinem Impulsvortrag zum Thema „Digitalisierung und Ehrenamt“ betonte Henning Baden (Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt) den riesigen Nachholbedarf sowohl an Infrastruktur als auch im Umgang mit digitalen Produkten und Arbeitsweisen. Doch um digital durchstarten zu können, so Henning Baden, sind eine Strategie und die Einbindung in die Organisationsentwicklung notwendig. Durch eine tiefere Analyse der gemeinsamen Ziele, Handlungsfelder und Arbeitsvorgänge könnten negative Effekte vermieden werden, wie etwa eine Facebookseite auf der nichts passiert oder digitale Werkzeuge, die nur von wenigen in der Gruppe genutzt werden.

„Wir haben uns schon technisch aufgerüstet und werden für jede Veranstaltung prüfen, ob wir sie auch hybrid durchführen können, damit wir immer alle mitnehmen können.“ Dagmar Hirche (Wege aus der Einsamkeit e.V.).

In der anschließenden Talkrunde wurde deutlich, dass sich digital viele Möglichkeiten bieten, die bis vor einem Jahr so noch nicht denkbar waren. Gemeinsam online kochen, tanzen oder spielen ist genauso möglich wie Gruppentreffen, Mitgliederversammlungen und Fortbildungen. Zudem können Online-Angebote pflegenden Angehörigen oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen Zugänge erleichtern und generell die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt verbessern.

„Digitalisierung darf nicht zu neuer Exklusion führen!“ Henning Baden (Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt).

Umso wichtiger ist es, die digitale Teilhabe auch für Einsteiger und (alters-)arme Menschen zu ermöglichen. Hybride Lösungen, das heißt eine Kombination aus realem und online Treffen, können eine sinnvolle Erweiterung über die Pandemie hinaus darstellen. Angesichts der sensiblen Themen in der Selbsthilfe sollten zudem langfristig Lösungen gefunden werden, die nicht auf Servern in den USA basieren. Dass dies bereits umsetzbar ist, zeigt nicht zuletzt die KISS Hamburg Selbsthilfe-App.

„Hoffnung lässt den Raum leuchten, Angst kann man riechen, Einsamkeit hat einen Geschmack und das kann man nur erleben, wenn man mit den Menschen in einem Raum zusammen sitzt.“ Derek Nordt (Guttempler in Deutschland e. V.).

Die in der Runde ausgetauschten Erfahrungen haben gezeigt, dass digitale Anwendungen reale Begegnungen in der Selbsthilfe auf vielfältige Weise ergänzen und unterstützen können, wenn Sie gezielt und mit Bedacht eingesetzt werden. Geteilte Meinungen gab es darüber, ob analoge Begegnungen in Zukunft digital ersetzt werden können. Umso spannender ist die Frage, wie wir in fünf bis zehn Jahren auf unsere heutigen Erkenntnisse zurückblicken werden.

Bildquelle: Joseph Mucira/Pixabay.

 

10. Forum "Online gut miteinander in Kontakt bleiben!", Feb. 21

In einer Videokonferenz mit über 60 Teilnehmenden aus der Selbsthilfe und angrenzenden Praxisfeldern ist das Forum der Frage nachgegangen, wie es auch online gelingen kann, eine einladende Atmosphäre zu schaffen, achtsam miteinander ins Gespräch zu kommen und für Entspannung oder Energie zu sorgen. Dazu haben wir selbst Neuland betreten und das Forum interaktiv gestaltet. Dr. Thomas Leppert vom Heldenrat – Beratung für soziale Bewegungen e.V. sorgte zudem für wertvolle Impulse aus der Moderations- und Workshop-Gestaltung. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit gemeinsam eine Landkarte abzubilden, über kleine Umfragen ein aktuelles Stimmungsbild einzufangen, sich in Kleingruppen auszutauschen und ihre Ergebnisse auf einer Pinnwand zu teilen. So konnten sie selbst entdecken, wie ein Treffen, eine Veranstaltung oder ein Workshop passend zu ihrem Anliegen online gestalten werden kann.

Wieviel Analoges passt ins Digitale?

Es wurde deutlich, dass die Grundsätze von realen Treffen in den virtuellen Raum übertragen werden können. Auch online treffen Menschen mit individuellen Bedürfnissen zu einem gemeinsamen Anliegen zusammen. Jedoch ist der virtuelle Raum eindimensional, d. h. räumliche Nähe und das Gefühl von Zusammengehörigkeit müssen aktiv hergestellt werden. Die vorgestellten Anwendungen Padlet und Mentimeter erleichtern die Zusammenarbeit in kleinen wie großen Gruppen. Doch auch analoge Hilfsmittel, wie Bleistift und Papier können online eingesetzt werden. Probelauf, Technikcheck, und Zeitpuffer sollten immer eingeplant und verantwortliche Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden. Eine fehlerfreundliche und flexible Haltung erleichtern zudem die Herausforderungen der Technik. Bei längeren Veranstaltungen schützen Bildschirm-Pausen und kleine Auflockerungen vor der Ermüdung.

Fazit

Das Forum hat bewiesen, dass ein lebendiger Austausch in Videokonferenzen möglich ist. Die geteilten kreativen Beispiele und Erfahrungen aus der Selbsthilfe haben zudem gezeigt, dass Online-Treffen durchaus Spaß machen können und ganz nebenbei zu guten Ergebnissen führen.

Bildquelle: Armin Schreijäg/Pixabay.

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