Forum Neue Wege in der Selbsthilfe

Das Forum ist Teil des von KISS Hamburg und der AOK Rheinland/Hamburg gemeinsamen initiierten Projekts „Neue Wege in der Selbsthilfe“ und richtet sich an Interessierte und Expert*innen in und außerhalb der Selbsthilfe, die sich über die Zukunft der Selbsthilfe austauschen und praktische Handlungsoptionen für ihre Arbeit gewinnen möchten.

13. Forum „Mit YouTube für Selbsthilfe begeistern“

16. Februar 2022
19.00 - 21.00 Uhr
Digital als Videokonferenz

YouTube ist im Internet das meistbesuchte Videoportal, auf dem Videoclips angesehen, bewertet und selbst hochgeladen werden können. Gemeinsam mit Thomas Roß (Journalist,Trainer und Berater für digitale Kommunikation) sowie Johannes Schweizer (YouTube Kanal „Studio Selbsthilfe“) gehen wir der Frage nach, wie Videos für die Selbsthilfe nutzbar gemacht werden können. Was macht YouTube aus? Wann ist ein eigener Kanal sinnvoll und wie kann die Zielgruppe mit Videoclips am besten erreicht werden?

Programm

19.00 Uhr
Begrüßung und aktuelles vom Projekt
Anke Heß & Claudia Schröder, KISS Hamburg

19.10 Uhr
Tipps & Tricks für einen erfolgreichen YouTube-Kanal
Thomas Roß, TR3M® Impulse für digitale Kommunikation

19.45 Uhr
Meine Gruppe-/Organisation in bewegten Bildern
Austausch in Kleingruppen

20.00 Uhr
Studio Selbsthilfe – Von der Idee zum eigenen Kanal
Johannes Schweizer, LAG Selbsthilfe Rheinland-Pfalz

20.45 Uhr
Abschlussrunde

21.00 Uhr
Veranstaltungsende

Anmeldung bis zum 14. Februar 2022 unter: selbsthilfeprojekt@paritaet-hamburg.de

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Internetzugang (Ethernet oder W-LAN). Alle weiteren Zugangs-Informationen erhalten Sie nach Ihrer Anmeldung.
 
Bitte informieren Sie uns, falls Gebärden- und Schriftdolmetschende gewünscht werden.

12. Forum „Online-Community trifft Selbsthilfe", Oktober 2021

Gesundheitsbezogene Themen gewinnen in den sozialen Medien zunehmend an Bedeutung. In Blogs, Podcasts, YouTube-Vlogs, Instagram-Storys und TikTok-Clips berichten Expert*innen ungefiltert über ihre Arbeit und sensibilisieren für gesundheitliche und soziale Themen. Betroffene und Angehörige nutzen digitale Medien und soziale Netzwerke als Informationsquelle, Orientierungshilfe und Sprachrohr. Gemeinsam mit den Bloggerinnen Lisa Waldherr (Tanz zwischen den Polen) und Dr. med. Snježana-Maria Schütt (Die Kinderherztin) sowie Gail McCutcheon (Gründerin des Vereins Mein Herz lacht) sind wir der Frage nachgegangen, wie gesundheitliche Themen am besten online platziert werden, was eine gute Story ausmacht und wie Online-Communities nachhaltig auf- und ausgebaut werden können.

Persönliche Einblicke

In ihren Blogbeiträgen berichtet Lisa Waldherr (Tanz zwischen den Polen) sehr persönlich und offen über ihre Erfahrungen mit der Bipolar II-Erkrankung. Ein Blog bietet ihrer Ansicht nach mehr Nachhaltigkeit sowie Unabhängigkeit von den Algorithmen der eher kurzweiligen sozialen Netzwerke. Zudem kann sie die Lust am Schreiben mit dem Wunsch verbinden, ihre Erfahrungen an andere Betroffene, Angehörige und Interessierte weiterzugeben. Offenheit bedeutet jedoch nicht, alles von sich preiszugeben oder sich verletzbar zu machen. Eine Regel ist ihr daher besonders wichtig: „Schreibe nichts, was deine Familie nicht lesen sollte und womit du selbst nicht durch bist.“ Insgesamt hat sie gute Erfahrungen mit ihren Beiträgen gemacht und sehr positive Rückmeldungen erhalten: „Sobald man sich selbst öffnet, öffnen sich auch andere.“

Fundiertes Wissen mit Herz

Erfahrungen, die auch Dr. med. Snježana-Maria Schütt (Die Kinderherztin) bestätigen kann. Neben einer Sprechstunde für Eltern rund um Gesundheitsthemen teilt sie Kochrezepte, Urlaubsberichte und viel Humor mit ihren Leser*innen. Sie sieht darin keinen Widerspruch zur professionellen Haltung als Ärztin, sondern vielmehr eine Gelegenheit Informationen, die ihr als Kinderärztin am Herzen liegen, an Eltern weitergeben. Durch die Verlinkung mit den sozialen Netzwerken Instagram und Pinterest erhält ihr Blog zudem eine größere Reichweite. Gleichzeitig ist sie als Fachärztin zu besonderer Sorgfalt verpflichtet. Das gilt für das Impressum ebenso wie für medizinische Beiträge.

Viele digitale Wege

Mit dem Ziel, eine Community für Eltern beeinträchtigter Kinder aufzubauen, hat Gail McCutcheon den Verein Mein Herz lacht gegründet. Dabei verfolgt sie ein hybrides Konzept, d. h. der Verein ist sowohl online präsent und erreichbar, als auch mit den in der Selbsthilfe so wichtigen analogen Gruppentreffen. Jedes der genutzten digitalen Netzwerke erfüllt dabei seinen eigenen Zweck. Demnach ist die Google-Suchmaschine für Betroffene die erste Anlaufstelle. Auf Instagram zeigt sich, was die Zielgruppe will. Twitter eignet sich zum Lernen und Netzwerken. Der Podcast gibt den betroffenen Eltern eine Stimme. Für die Umsetzung nutzt Gail McCutcheon alle verfügbaren Ressourcen und Netzwerke: „Ich muss nicht alles selber machen!“ Vielmehr gilt es Antworten auf die Fragen zu finden: „Was für Experten gib es? Was kostet das und wo bekomme ich Förderung?“

Ganz in diesem Sinne haben die Teilnehmenden des Forums die Impulse aus den Best-Practice-Beispielen aufgegriffen, sich vernetzt und praktische Tipps zu digitalen Anwendungen ausgetauscht.

Haben Sie Fragen zu Fördermöglichkeiten? Wir beraten Sie gerne unter Tel. 040/537 97 89-72,
E-Mail: selbsthilfefoerderung@paritaet-hamburg.de

Bildquelle: Canva Pro

11. Forum "Digitaler Wandel in der Selbsthilfe", Mai 2021

Seit dem ersten Lockdown im vergangenen Jahr haben wir einen enormen Digitalisierungsschub erlebt, der alle Lebensbereiche umfasst. Der digitale Wandel ist da und lässt sich kaum mehr zurückdrehen. Doch wie kann eine digitale Weiterentwicklung in Vereinen, Organisationen und Gruppen nachhaltig gelingen? Gemeinsam mit Expert*innen aus der Selbsthilfe und angrenzenden Praxisfeldern ist das Forum dieser Frage nachgegangen und hat einen Ausblick in die Zukunft gewagt.

„Die rasante technische Weiterentwicklung wird in fünf Jahren so fortgeschritten sein, dass wir mit dem Kopf schütteln, über was wir heute gesprochen haben.“ Marc Hasselbach (Digitale Soziale Arbeit).

In seinem Impulsvortrag zum Thema „Digitalisierung und Ehrenamt“ betonte Henning Baden (Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt) den riesigen Nachholbedarf sowohl an Infrastruktur als auch im Umgang mit digitalen Produkten und Arbeitsweisen. Doch um digital durchstarten zu können, so Henning Baden, ist eine Strategie und die Einbindung in die Organisationsentwicklung notwendig. Durch eine tiefere Analyse der gemeinsamen Ziele, Handlungsfelder und Arbeitsvorgänge können negative Effekte vermieden werden, wie etwa eine Facebookseite auf der nichts passiert oder digitale Werkzeuge, die nur von wenigen in der Gruppe genutzt werden.

„Wir haben uns schon technisch aufgerüstet und werden für jede Veranstaltung prüfen, ob wir sie auch hybrid durchführen können, damit wir immer alle mitnehmen.“ Dagmar Hirche (Wege aus der Einsamkeit e.V.).

In der anschließenden Talkrunde wurde deutlich, dass sich digital viele Möglichkeiten bieten, die bis vor einem Jahr so noch nicht denkbar waren. Gemeinsam online kochen, tanzen oder spielen ist genauso möglich wie Gruppentreffen, Mitgliederversammlungen und Fortbildungen. Zudem können Online-Angebote pflegenden Angehörigen oder Menschen mit Mobilitätseinschränkungen Zugänge erleichtern und generell die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt verbessern.

„Digitalisierung darf nicht zu neuer Exklusion führen!“ Henning Baden (Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt).

Umso wichtiger ist es, die digitale Teilhabe auch für Einsteiger und (alters-)arme Menschen zu ermöglichen. Hybride Lösungen, das heißt eine Kombination aus realem und online Treffen, können eine sinnvolle Erweiterung über die Pandemie hinaus darstellen. Angesichts der sensiblen Themen in der Selbsthilfe sollten zudem langfristig Lösungen gefunden werden, die nicht auf Servern in den USA basieren. Dass dies bereits umsetzbar ist, zeigt nicht zuletzt die KISS Hamburg Selbsthilfe-App.

„Hoffnung lässt den Raum leuchten, Angst kann man riechen, Einsamkeit hat einen Geschmack und das kann man nur erleben, wenn man mit den Menschen in einem Raum zusammen sitzt.“ Derek Nordt (Guttempler in Deutschland e. V.).

Die in der Runde ausgetauschten Erfahrungen haben gezeigt, dass digitale Anwendungen reale Begegnungen in der Selbsthilfe auf vielfältige Weise ergänzen und unterstützen können, wenn Sie gezielt und mit Bedacht eingesetzt werden. Geteilte Meinungen gab es darüber, ob analoge Begegnungen in Zukunft digital ersetzt werden können. Umso spannender ist die Frage, wie wir in fünf bis zehn Jahren auf unsere heutigen Erkenntnisse zurückblicken werden.

Bildquelle: Joseph Mucira/Pixabay.

 

10. Forum "Online gut miteinander in Kontakt bleiben", Feb. 21

In einer Videokonferenz mit über 60 Teilnehmenden aus der Selbsthilfe und angrenzenden Praxisfeldern ist das Forum der Frage nachgegangen, wie es auch online gelingen kann, eine einladende Atmosphäre zu schaffen, achtsam miteinander ins Gespräch zu kommen und für Entspannung oder Energie zu sorgen. Dazu haben wir selbst Neuland betreten und das Forum interaktiv gestaltet. Dr. Thomas Leppert vom Heldenrat – Beratung für soziale Bewegungen e.V. sorgte zudem für wertvolle Impulse aus der Moderations- und Workshop-Gestaltung. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit gemeinsam eine Landkarte abzubilden, über kleine Umfragen ein aktuelles Stimmungsbild einzufangen, sich in Kleingruppen auszutauschen und ihre Ergebnisse auf einer Pinnwand zu teilen. So konnten sie selbst entdecken, wie ein Treffen, eine Veranstaltung oder ein Workshop passend zu ihrem Anliegen online gestalten werden kann.

Wieviel Analoges passt ins Digitale?

Es wurde deutlich, dass die Grundsätze von realen Treffen in den virtuellen Raum übertragen werden können. Auch online treffen Menschen mit individuellen Bedürfnissen zu einem gemeinsamen Anliegen zusammen. Jedoch ist der virtuelle Raum eindimensional, d. h. räumliche Nähe und das Gefühl von Zusammengehörigkeit müssen aktiv hergestellt werden. Die vorgestellten Anwendungen Padlet und Mentimeter erleichtern die Zusammenarbeit in kleinen wie großen Gruppen. Doch auch analoge Hilfsmittel, wie Bleistift und Papier können online eingesetzt werden. Probelauf, Technikcheck, und Zeitpuffer sollten immer eingeplant und verantwortliche Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt werden. Eine fehlerfreundliche und flexible Haltung erleichtern zudem die Herausforderungen der Technik. Bei längeren Veranstaltungen schützen Bildschirm-Pausen und kleine Auflockerungen vor der Ermüdung.

Fazit

Das Forum hat bewiesen, dass ein lebendiger Austausch in Videokonferenzen möglich ist. Die geteilten kreativen Beispiele und Erfahrungen aus der Selbsthilfe haben zudem gezeigt, dass Online-Treffen durchaus Spaß machen können und ganz nebenbei zu guten Ergebnissen führen.

Bildquelle: Armin Schreijäg/Pixabay.

Wir beraten Sie gerne!

Selbsthilfe-Telefon: 040 / 39 57 67

Montag -  Donnerstag von 11 bis 17 Uhr (am Donnerstag, 20.1., wegen einer internen Fortbildung erst ab 13 Uhr)

 

Aktuell geöffnet

Persönliche Termine, auch außerhalb der Sprechzeiten, bieten wir Ihnen nach vorheriger Vereinbarung und unter Einhaltung der 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) an.