Vergrößerung der sozialen Ungleichheit in der Pandemie

Die Frage, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf Erwerbspersonen hat, haben Wissenschaftler*innen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung untersucht. Dafür wurden im April und Ende Juni 6.000 Erwerbspersonen, also Erwerbstätigen und Arbeitslosen, interviewt. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass von Einkommensverlusten überdurchschnittlich oft Menschen betroffen sind, die schon zuvor eine schwächere Position auf dem Arbeitsmarkt hatten: „So haben Personen mit Migrationshintergrund bislang häufiger an Einkommen eingebüßt als Personen ohne familiäre Zuwanderungsgeschichte. Erwerbstätige mit ohnehin niedrigen Einkommen sind stärker betroffen als solche, die bereits vor der Pandemie mehr Geld zur Verfügung hatten. Auch wer in einem atypischen oder prekären Job arbeitet, etwa als Leiharbeiter oder Minijobberin, hat im Zuge der Krise häufiger Einkommen verloren als stabil Beschäftigte. Ebenso sind Eltern öfter mit Einkommensverlusten konfrontiert als Kinderlose.“

Bisher sind nur einige wenige Informationen schon online zugänglich, doch die Details der Untersuchung werden in den „WSI Mitteilungen 6/2020“, die Anfang Dezember 2020 erscheinen, veröffentlicht.

Passend zu dieser Umfrage hat das ebenfalls zur Hans-Böckler-Stiftung gehörende Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung schon im August 2020 eine erste Analyse der Auswirkungen der Pandemie auf die Wohlfahrt vorgelegt. Auf eine nachfolgende Analyse nach 2020 darf man ebenso gespannt sein.

Frank Omland,
Öffentlichkeitsarbeit

 

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