Selbsthilfe als Thema in Schloss Bellevue

Christa Herrmann, Leiterin von KISS Hamburg, traf Mitte Januar den Bundespräsidenten. Wie es dazu kam und worüber gesprochen wurde, erzählt sie in einem kleinen Gespräch.

Warum warst du zum Gespräch mit dem Bundespräsidenten geladen?

Der Bundespräsident hat 16 Bürger*innen zu einem Gespräch über den Zusammenhalt und die Spannungslage der Gesellschaft eingeladen. Aus jedem Bundesland kam eine Person, die sich in einem Verein oder einer Organisation gesellschaftlich engagiert. Ich war sozusagen stellvertretend für die Selbsthilfe in Hamburg dabei.


Warst du aufgeregt?

Ja, das war ich, denn zum einen treffe ich nicht täglich unseren Bundespräsidenten, und zum anderen wollte ich die Selbsthilfe gut einbringen, wohlwissend, dass  ich ja nur stellvertretend sprechen kann. Das Treffen  war ein ganz besonderes Setting, ich war ziemlich beeindruckt, was die anderen Gäste machen und erzählten. Da war geballte gesellschaftliche Power vertreten und es freut mich sehr, dass Selbsthilfe ebenfalls als ein Teil davon gesehen wird.
 

Wie ist er denn so, der Bundespräsident?

Er – aber auch seine Frau – war sehr gut informiert, er fragte interessiert nach, machte auch mal Scherze und wirkte sehr authentisch. Leider durfte ich ihm pandemiebedingt unser kleines Präsent – die Comic-Ausgabe der Selbsthilfezeitung und ein Comic als Wandbild – nicht persönlich übergeben, sonst könnte ich jetzt vielleicht noch mehr über ihn persönlich sagen.
 

Inwiefern konntest du das Thema Selbsthilfe ins Gespräch einbringen?

Das Gespräch drehte sich hauptsächlich um die Frage, was uns als Gesellschaft zurzeit trennt bzw. was schwierig ist, besonders in den letzten zwei herausfordernden Jahren. Ich habe darauf hingewiesen, dass gesundheitliche und soziale Selbsthilfe der Ort ist, wo man auf einer ganz kleinen Ebene lernt, kompetent mit eigenen und den Problemen anderer umzugehen. Hier lernt man, sich um sich selbst zu kümmern und gleichzeitig sich gemeinsam zu stärken und zu unterstützen, selbst wenn es unterschiedliche politische oder gesellschaftliche Meinungen gibt. Im gewissen Sinne sind Selbsthilfegruppen, ähnlich wie Familien, eine Keimzelle der Gesellschaft.

Fragen von Katja Gwosdz, Öffentlichkeitsarbeit

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