Was verspricht und was hält der „Pfad-Finder Gesundheit“ der Patienten Universität?
Nach einer kurzen Einführung geben die Autor*innen auf knapp einem Drittel der 44 Seiten zahlreiche Tipps zum Suchen und Finden von hilfreichen Internetplattformen, um im letzten Drittel Tipps für das Gespräch mit Ärzt*innen sowie Checklisten und Tipps zur Patientensicherheit darzustellen. Die Notwendigkeit ihrer eigenen Publikation machen die Herausgeber*innen mit einer Statistik deutlich: das Internet wird sowohl von Patient*innen wie Ärzt*innen zur Gesundheitsrecherche genutzt, wobei Ernährung, Krankheitssymptome, Fitness und Behandlungsmethoden im Vordergrund stehen. Dementsprechend stellt sich immer auch die Frage nach der Qualität der Aussagen der geschätzt 20 Milliarden Webseiten (Stand: 2017), die sich mit diesen Themen befassen. Natürlich betonen die Herausgeber*innen, dass die eigene Recherche zu Gesundheitsfragen nicht den Besuch bei Ärzt*innen ersetzen kann. Doch da die Internetnutzung selbstverständlich geworden ist, wollen sie Handlungshilfen geben, die es ermöglichen, die jeweils präsentierten Gesundheitsinformationen einzuordnen und zu bewerten, sein es anhand von Gütesiegeln, Checklisten, der Berücksichtigung von evidenzbasierten Informationen oder auch den Bedingungen für Versandapotheken im Netz.
Auf 12 Seiten werden dann sehr kurz in alphabetischer Reihenfolge die „Gesundheitsportale zu verschiedenen Erkrankungen und ihren Therapien“ vorgestellt. Wie immer bei solchen Listen stellt sich die Frage danach, ob die selbstgesteckten Auswahlkriterien hier ausschlaggebend waren. Aus Sicht der Selbsthilfeunterstützung fällt jedenfalls auf, dass von den großen Selbsthilfeverbänden nur wenige aufgezählt werden; was im Bereich Sucht durch das Fehlen aller (!) Verbände besonders augenfällig ist. Zudem führt das gewählte Layout dazu, dass die Internetadressen faktisch auf den ersten Blick falsch zugeordnet werden.
Besonders interessant für Laien sind Hinweise auf gesundheitsspezifische Suchmaschinen und Lexika, denn der Gesundheitsbrowser oder Medisuch dürften nicht so vielen Menschen wirklich bekannt sein.
Der zweite Teil von „Pfad-Finder Gesundheit“ soll an dieser Stelle besonders lobend hervorgehoben werden, denn die hier aufgezählten Tipps für Gespräche mit Ärzt*innen sind nicht nur sehr ausführlich, sondern auch nach bestimmten Kategorien sortiert aufgelistet worden (Vorbereitungsfragen auf das Gespräch, Checklisten, Fragen zu IGeL, zu Erkrankungen und Therapien, zu Medikamenten, zum Aufenthalt und zur Entlassung in Krankenhäusern, zur Patientensicherheit und vieles andere mehr). Da sich der „Pfad-Finder Gesundheit“ nur in wenigen Ausnahmen auf die Region Hannover bezieht, kann er auch in allen anderen Regionen genutzt werden.
Den praktischen Nutzen muss jede*r für sich selbst erkunden, doch soll die Broschüre an dieser Stelle gerne weiter empfohlen werden, denn im Großen und Ganzen hält diese von der Patienten Universität herausgegebene Publikation, was sie verspricht: eine gute und verständliche Handlungshilfe für Patient*innen zu sein, die Infos zu Gesundheit und Krankheit suchen bzw. Hilfen für die verschiedenen Anlässe für Gespräche im Gesundheitswesen benötigen.
>>Zum Download des „Pfad-Finder Gesundheit“ als pdf
Frank Omland, Öffentlichkeitsarbeit