Online wie Offline am meisten gefragt: Depression, Ängste, Hochsensibilität

Unsere Website ermöglicht zwei Zugänge zu Selbsthilfegruppen: Dabei registrierte die Online-Datenbank in 2017 insgesamt 15.083 eindeutige Besucher/innen, die sich fast 129.000 Detailansichten der dort verzeichneten Gruppen ansahen. Um welche Gruppen es sich dabei handelt, können wir allerdings nicht auswerten. Da hier teilweise persönliche Kontaktdaten zu finden sind, legen wir hier ganz besondere Datenschutzmaßstäbe an. So können Suchmaschinen nicht auf diese Einträge zugreifen, was aber auch dazu führt, dass wir nicht nachverfolgen können, welche Detailseiten wie oft aufgerufen wurden.

Dagegen erheben wir auf anderen Teilen unserer Website zu statistischen Zwecken, wie oft welche Seiten besucht worden sind. Die Ergebnisse sind aufschlussreich. 10.500 Besucher/innen griffen auf die Rubrik „Interessierte gesucht“ zurück, die die so genannte Selbsthilfegruppen-Börse darstellt. Hier werben Gruppen mit eigenständigen kurzen Texten um neue Mitglieder für ihren Erfahrungsaustausch untereinander. Im Online-Ranking stehen die Themen Depression, Ängste und Borderline im Vordergrund, gefolgt von Gruppen zu bestimmten Lebensproblemen wie etwa Hochsensibilität, Fragen zur Selbsterkenntnis oder dem Umgang mit dem Allein leben / Allein sein / der Einsamkeit. In 2017 gab es die meisten Zugriffe auf eine Gruppe zum Thema Sex-, Liebes- und Romanzensucht, wobei wir dies angesichts der deutlich geringeren Nachfragen am Selbsthilfe-Telefon nicht überbewerten. Die Suchmaschinen im Internet und die Neugier der Menschen befördern zum Teil Zugriffe, ohne dass sich dies auch im tatsächlichen Interesse am Austausch zur Thematik niederschlägt.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Wenn wir die Online-Zugriffe mit Anfragen in der Selbsthilfe-Beratung von KISS Hamburg vergleichen, bestätigt sich das obige Bild: 2017 erhielten wir 633 Anfragen nach Depressionsgruppen, einschließlich der Gruppen zu Bipolaren Störungen. Dabei vermittelten wir insgesamt 363 Frauen und 125 Männer als Betroffene bzw. Angehörige in diese Selbsthilfegruppen, und registrierten eine große Nachfrage nach Gruppen für Jüngere Menschen (62 Anfragen). Im Bereich der Psychiatrischen Erkrankungen standen Borderline (Online: 233 Zugriffe) sowie allgemeine Angehörigengruppen im Vordergrund (beide je 77 Anfragen am Selbsthilfe-Telefon). Menschen, die gezielt zu anderen psychischen Erkrankungen eine Gruppe suchen (Psychosen: 28 Anfragen, Dissoziative Störungen: 13 Anfragen), sind hier eine kleinere Minderheit, diese Themen werden aber auf der anonymeren Website deutlich häufiger aufgerufen (Frauen mit Dissoziativen Störungen: 260 Zugriffe). Ähnlich sieht es im Themenspektrum der Ängste und Phobien aus, wo insbesondere die Sozialen Ängste eine größere Rolle spielen und auch hier die Website-Zugriffe die in der Selbsthilfe-Beratung überschreiten (150-260 Zugriffe Web, 235 Beratungen insgesamt).
Im Bereich der so genannten Lebensproblem-Gruppen sind weiterhin die Hochsensiblen diejenigen, die am stärksten online wie offline angefragt werden (589 Zugriffe bzw. 82 Anfragen). Gruppen für chronische Erkrankungen bzw. im Spektrum der Suchterkrankungen folgen erst danach.

Psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen im Fokus

Grundsätzlich spiegelt das Anfrageverhalten von Frauen und Männern zu Selbsthilfegruppen also auch Entwicklungen im Gesundheitswesen wieder: seit über zehn Jahren stehen die Depressionsgruppen auch bei KISS Hamburg im Fokus der Nachfragen. Zusammen mit den Anfragen zum gesamten Spektrum der psychiatrischen Erkrankungen und der psychosomatischen Erkrankungen sind diese Bereiche damit ein Indikator für gesellschaftliche Entwicklungen, die wir als Ausdrucks der Belastung bzw. Überlastung der Einzelnen und des Einzelnen interpretieren. Dort wo dies nicht auf strukturelle Defizite zurück zu führen ist, kann Selbsthilfe einen Baustein darstellen, um damit konstruktiv umzugehen und das eigene Wohlbefinden oder sogar die eigene Gesundung zu befördern.

Wir beraten Sie gerne!

KISS Hamburg Selbsthilfe-Telefon:

Montag - Donnerstag von 10 bis 18 Uhr: 040 / 39 57 67

Aktuell geöffnet

Persönliche Beratung in den regionalen Kontaktstellen sind zurzeit nur nach voheriger Terminvereinbarung möglich.
Die jeweiligen Kontaktstellen finden Sie hier.