Nie wieder ist jetzt! Was tun gegen Neofaschismus?

Die Frage, wie gegen antidemokratische und neofaschistische Positionen und Parteien vorgegangen werden sollte, stellt sich derzeit auch für Zehntausenden in Hamburg, die deshalb auf die Straße gehen. Nützt Aufklärung? Was tun?

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Hamburg und seine Mitgliedsorganisationen engagieren sich auf verschiedenen Ebenen für den Erhalt der Demokratie und das vielfältige, tolerante und für alle Menschen offene Miteinander in einer pluralen Stadtgesellschaft. Deshalb wollen wir von KISS Hamburg an dieser Stelle exemplarisch auf ein paar aktuelle Veranstaltungen hinweisen, die sich mit der Entwicklung von rechter Gewalt in Hamburg befassen. 

Traditionell zum Auschwitz-Gedenktag findet im Hamburger Rathaus in der Rathausdiele eine Ausstellung der KZ-Gedenkstätte Neuengamme statt, diesmal zum Thema „Rechte Gewalt nach 1945 in Hamburg“. Nachdem die Ausstellung dort nun beendet wurde, wird sie ab Do., 18. April bis Sa., 18. Mai (Mo-Fr., 7-19 Uhr, Sa., 8-16 Uhr) im Bezirksamt Hamburg-Mitte, Caffamacherreiher 1-3, 20355 Hamburg, zu sehen sein. Mehr Infos finden sich auf der Website der Gedenkstätten-Stiftung: https://www.gedenkstaetten-hamburg.de

Die Forschungsstelle für Zeitgeschichte lädt ebenfalls zu einer Vortragsreihe ein, wobei diese schon Anfang Februar enden wird: "Die extreme Rechte in der deutschen Gesellschaft nach 1945", dafür allerdings in einer Hörfassung weiterhin allen Interessierten zur Verfügung steht. Außerdem ist parallel dazu jetzt eine Website gelauncht worden, die sich mit der rechten Gewalt in Hamburg befasst: https://rechtegewalt-hamburg.de/

Aktuell hat die Bundeszentrale für politische Bildung einen Aufsatz der Mitarbeitenden der Forschungsstelle zum Thema "Forschungsdefizite rechtsaußen Lücken in der Gesellschaftsgeschichte der extremen Rechten - Konturen eines bislang vernachlässigten Forschungsfeldes" ins Netz gestellt: https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/545403/forschungsdefizite-rechtsaussen/ Ebenfalls interessant ist die auch auf der Website der Bundeszentrale zu findende "Studie Extrem Einsam", die die Auswirkungen von Einsamkeit auf die politischen Einstellungen beleuchtet und das Dossier "Rechtsextremismus". Last but not least: "Demokratie gestalten! Herausforderungen und Ansätze für Bildungs- und Sozialarbeit", eine neue Buchpublikation, wobei leider auf der Website kein Inhaltsverzeichnis geliefert wird, so dass noch zu schauen ist, ob die dortigen Handlungsansätze tatsächlich in der Praxis hilfreich sein könnten.

Und noch aktueller: das "Kompetenznetzwerk gegen Hass im Netz" hat eine neue Studie vorgestellt, die sich mit Hass-Posts im Internet beschäftigt. Die Ergebnisse finden sich in einer schnell und gut erfaßbaren Übersicht auf der Website des Netzwerks. Angesichts der Massivität von antidemokratischen menschenfeindlichen Posts kommt die Studie zum Schluss, dass sich diejenigen, die aus Diskussion und Argumente setzen, zurückziehen und faktisch den Gegnern der pluralistischen Gesellschaft und des Miteinanders das Feld überlassen. Die Frage lautet natürlich, welche individuellen / persönlichen Strategien dagegen hilfreich sind und welche politischen Initiativen bishin zu gesetzgeberischen Aktivitäten auf Ebene der Europäischen Union dagegen ergriffen werden sollten.

Aktuell erschienen ist das "Monitoring 2023" des Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus in Hamburg, wo auf zehn Seiten kurz und knapp etwas zu den "Organisations- und Aktionsformen der (extremen) Rechten" gesagt wird. Außerdem gibt es auch Infos "Aktivitäten und Initiativen gegen Rechts". Der Bericht ist auf der Website des mbt zu finden, dort auch frühere Monitorings und weiterführende Infos.

Die Neuen Medienmacher haben ein Glossar zum Thema Einwanderungsgesellschaft erstellt und liefern so Formulierungshilfen bei verschiedenen Begriffen, etwa Rassismus, Race u.a.m.: https://glossar.neuemedienmacher.de/

Und der PARITÄTische hat ein PDF zusammengestellt, dass den Umgang mit Rechtsextremismus und Hate Speech thematisiert und einen Überblick darüber gibt, an welche Stellen sich in Hamburg gewandt werden kann.

Wir von KISS Hamburg möchten mit unserer Arbeit weiterhin dazu beitragen, die vielen Selbsthilfeaktiven darin zu unterstützen, das wertschätzende und demokratische miteinander in den Selbsthilfegruppen zu leben. Wer, wenn nicht wir!

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