Männer und Selbsthilfe, qualitative Studienergebnisse aus Groß Britannien

Frau Dr. Alex Vickery von der Universität Bristol hat den Effekt von „mental health support groups“ [=Selbsthilfegruppen für psychische Gesundheit] auf Männer erforscht. Aufgrund von 19 qualitativen Interviews kommt sie zu dem Ergebnis, dass diese durch die Gespräche miteinander in vielerlei Hinsicht gestärkt werden. Dabei gleichen die von Vickery zitierten O-Töne aus dem englischsprachigen Bereich zum Teil wortwörtlich denen, wie wir sie aus vergleichbaren deutschsprachigen Veröffentlichungen kennen!
Laut bisherigen wissenschaftlichen Studien suchen Männer traditionell seltener Hilfe bei psychischen Problemen als Frauen. Die Frage ist also, ob die Unterstützung durch Gleichaltrige sich auf die Lebensqualität von Männern auswirken kann und ob dies auch zur Verringerung der (sozialen) Isolation von bestimmten Männern beitragen kann. Laut Vickery hat sich die Forschung bisher zu sehr auf die Analyse der Nutzung des ärztlichen bzw. psychosozialen Hilfesystems durch Männer konzentriert und dabei das Potenzial von Selbsthilfegruppen für Männer übersehen. Ihrer Meinung nach belegen die Interviews, dass Männer mit psychischen Problemen von Selbsthilfegruppen profitieren können und ihre psychische Gesundheit und ihr Wohlbefinden stärken. Dabei profitieren insbesondere diejenigen Männer vom positiven Effekt der Gespräche in den Gruppen, die selbst nur ein begrenztes soziales Umfeld haben und deren sozioökonomische Lage eher prekär ist. (“It can be recognised that support groups can provide specific social relationships and unique social support to men in times of distress.”). Vier Faktoren sind laut Vickery für den positive Effekt ausschlaggebend:

  1. von den Teilnehmern wurde es als hilfreich erlebt, unter anderen zu sein, die ähnliche Erfahrungen machten und sich ähnlich fühlten wie sie, was wiederum zu einem wahrgenommenen Maß an Verständnis und Empathie führte.
  2. Die Teilnehmer schätzten die sichere, vertrauensvolle und vertrauliche Umgebung, die die Selbsthilfegruppen bieten konnten.
  3. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, maßgeschneiderte Unterstützung zu erhalten.
  4. Selbsthilfegruppen bieten einen Raum für soziale Kontakte und helfen soziale Netzwerke und Freundschaften aufzubauen sowie eigene neue Interessen zu entdecken.

Die qualitativen Interviews zeigen laut Vickery auf, dass für Männer mit psychischen Problemen Selbsthilfegruppen oder Peer-Support eine Alternative zu herkömmlichen Formen der psychosozialen Unterstützung, wie Medikamente oder Einzeltherapie bieten können: „it may be surprising that findings from this study reveal that men are willing and able to discuss emotional difficulties, under the right circumstances, and they can, and do, benefit from local support groups.”
Das zehnseitige Studienpapier (Titel: ‘It’s made me feel less isolated because there are other people who are experiencing the same or very similar to you’: Men’s experiences of using mental health support groups.” von Dr. Alex Vickery ist frei im Internet verfügbar.

Frank Omland,
Öffentlichkeitsarbeit

Hinweis: bei der Übersetzung der englischen Texte habe ich die kostenlose Version von www.DeepL.com/Translator genutzt.

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