Lokale Gesundheitszentren in Hamburg

Insgesamt gibt es jetzt fünf solcher Zentren in Hamburg und zwar in Mümmelmannsberg, Lohbrügge, Osdorf, Stellingen und Veddel. Ursprünglich sollte in jedem Bezirk ein LGZ errichtet werden und damit in sozial benachteiligten Stadtteilen jeweils eine ärztliche Praxis, eine „Gemeindeschwester“ und eine Sozialberatung gemeinsam Angebote an einem Ort vorhalten, so der ursprüngliche Plan der Gesundheitsbehörde (vgl. https://www.hamburg.de/stadtteil-gesundheitszentren/). Anlässlich des Schwerpunkts "Gesundheitskompetenz" in unserer im Juli erscheinenden Selbsthilfezeitung haben wir die Träger der LGZ um Statements gebeten und drei haben uns bisher geantwortet:

 

Poliklinik Veddel

Welche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen / -organisationen sehen Sie für Ihr LGZ?
"Die Poliklinik Veddel steht dem Ansatz der Selbstorganisierung sehr nah, insofern sehen wir viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Bislang gibt es Kooperationen mit Gruppen, die (noch) keine offiziellen Selbsthilfegruppen sind, wie dem Romani Kafava e.V."

Was ist aus Ihrer Sicht förderlich für die Gesundheitskompetenz vor Ort?
"Wir machen die Erfahrung, dass erfolgreiche Verbreitung von Gesundheitswissen eine Vertrauensbasis voraussetzt, Zeit braucht und auf dem Austausch zwischen Alltagswissen und einer Vielfalt professioneller Perspektiven basiert. Die Bekämpfung von Armut ist eine wichtige Voraussetzung hierfür. Selbstorganisation und die Erweiterung der Handlungsfähigkeiten sind wichtige Elemente für die Steigerung der Gesundheitskompetenz und eine gelingende Gesundheitsförderung."

Was ist die größte Stärke Ihres lokalen Gesundheitszentrums?
"Wir verfolgen in der Poliklinik Veddel einen interdisziplinären Ansatz, da Gesundheit mehr umfasst als nur Medizin. Darüber hinaus arbeiten wir eng mit der Nachbarschaft und den Einrichtungen im Stadtteil zusammen, um orientiert an den Bedarfen Gesundheitsversorgung und Prävention zu entwickeln. Beide Faktoren zusammen bringen uns auf neue Wege zur Umstrukturierung des ambulanten Gesundheitssektors."
Milli Schroeder (Gruppe für Stadtteilgesundheit und Verhältnisprävention e.V.)
 

GesundheitLokal (Stellingen)

Welche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen / -organisationen sehen Sie für Ihr LGZ?
"Wir sehen eine gute Chance der Zusammenarbeit, vor allem natürlich in der Verweisberatung. Allerdings wäre es auch möglich (eventuell) hier vor Ort Gruppen entstehen zu lassen. Generell freuen wir uns über einen guten Informationsfluss & sehen Selbsthilfegruppen als gute Ergänzung /Weiterführung nach erfolgter Sozial-  oder Pflegeberatung."

Was ist aus Ihrer Sicht förderlich für die Gesundheitskompetenz vor Ort?
"Förderlich für die Gesundheitskompetenz sind unserer Meinung nach ein direkter Anschluss an weitere Beratungsmöglichkeiten oder Angebote, sodass angegriffene „Problemlagen“ direkt in gesundheitsförderliches Handeln umgewandelt werden können (zB. Aus erfolgter Pflegeberatung direkte Teilnahme an Spaziergruppe zur Bewegungsförderung).  Dazu ist ein gutes Wissen über das vorhandene Hilfe- und Unterstützungssystem wichtig."

Was ist die größte Stärke Ihres lokalen Gesundheitszentrums?
 "Unsere größte Stärke ist das vorhandene multiprofessionelle Personal und Angebot von Pflegeberatung/Sozialberatung/Stilberatung/Angebote&Veranstaltungen."
Katja Wedlich (Projektkoordination, Lokales Gesundheitszentrum Diakonie Alten Eichen, Gesundheit.LOKAL)

 

AWO Gesundheitstreff (Osdorf)

Was ist die größte Stärke Ihres lokalen Gesundheitszentrums?
„Das Projekt ´AWO Gesundheitstreff´ hat in Osdorf eine hohe politische und gesellschaftliche Akzeptanz. Daher sind wir von Anfang an gut vernetzt mit Akteuren aus Gesundheit und Sozialem. So liegt das Bürgerhaus Bornheide mit seinen ca. 20 soziale Einrichtungen in unmittelbarer Nähe. Durch unseren Standort im Ärztehaus des Borncenters arbeiten wir mit den beiden kooperierenden Arztpraxen unter einem Dach und haben kurze Kommunikationswege, wenn es um den Austausch und die Versorgung eines gemeinsamen Patienten geht.  Für die Menschen im Stadtteil sind wir künftig eine niedrigschwellige Anlaufstelle und übernehmen eine Lotsenfunktion für die vielfältigen bereits vorhandenen Angebote im Gesundheitssektor. Durch unsere langjährige Erfahrung in sozialer Beratung, Pflege und Gesundheit können wir mit dem AWO Gesundheitstreff dazu beitragen, die Gesundheitsversorgung der Menschen vor Ort zu verbessern.“
Birgit Spalink, Leiterin Fachbereich Gesundheit bei der AWO Hamburg

 

Hier noch die Kontaktdaten zu den fünf LGZ in Hamburg:
 

Lohbrügge
Lohbrügger Gesundheitszentrum (wird demnächst eröffnet)
Kontakt und Infos: www.der-begleiter.de

Mümmelmannsberg
GfBH LGZ Mümmelmannsberg (Gesundheitskiosk Mümmelmannsberg)
Oskar-Schlemmer-Str. 9-15, 22115 Hamburg.
Öffnungszeiten: Montags, Mittwochs, Freitags, 09:00 – 17.30 Uhr.
https://gesundheit-bh.de/gesundheitskiosk/

Osdorf
„AWO Gesundheitstreff Osdorf“, Kroonhorst 9 c/d, 22549 Hamburg. Kontakt: (040) 30 03 67 64, E-Mail: gesundheitstreff-osdorf@awo-hamburg.de Weitere Infos unter https://www.awo-hamburg.de/aktuelles/awo-eroeffnet-neuen-gesundheitstreff-in-osdorf/

Stellingen
Wördemannsweg 23a, 22527 Hamburg
Telefon 040/54 87 25 00
gesundheit.lokal@diakonie-alten-eichen.de

Veddel
Poliklinik Veddel
Am Zollhafen 5 b, 20539 Hamburg
Telefon Praxis: 040 8541 6670, Telefon Sonstiges: 040 8541 6656.
E-Mail Praxis: stadtteilpraxis-az@posteo.de, E-Mail allgemein: info@poliklinik1.org
http://poliklinik1.org/

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