Lesenswertes zur Selbsthilfe und zu anderen Themen

Vor acht Jahren erschien die 427 Seiten umfassende Publikation “Selbsthilfefreundlichkeit im Gesundheitswesen – Wie sich selbsthilfebezogene Patientenorientierung systematisch entwickeln und verankern lässt“, eine Aufsatzsammlung, die auch heute noch lesenswert ist und nun auch als freier Download erhältlich ist.

Wir nutzen diese Gelegenheit, um wieder einmal auf ein paar andere Buchveröffentlichungen hinzuweisen, die Themen aus der Selbsthilfe bzw. dem Gesundheitswesen betreffen. Zuerst ein Hinweis auf das Bilderbuch „Schattenspringer“, dass sich mit der Thematik Depression eines Elternteils befasst und gleichzeitig einmal die Perspektive zweier unterschiedlicher Familien einnimmt, so dass die betroffenen Kinder jeweils andere Sichtweisen auf das geschilderte Ereignis erhalten und für sich Handlungsmöglichkeiten erschließen können. Es sei zu wünschen, dass sich das Bilderbuch in Kindergärten oder Grundschulen als attraktiv für die gedachte Zielgruppe erweisen wird.

In der vorletzten Ausgabe der Zeitschrift Mabuse (247, Sept/Okt. 2020) findet sich der Schwerpunkt „Gender und Medizin“. Darin gibt der bekannte Arzneimittelexperte Gerd Glaeske einen kurzen kritischen Überblick zum Geschlechteraspekt und der Gesundheitsmittelversorgung, sei es zum Problem bei Studienprofilen und -auswertungen oder auch bei der Medikamentenvergabe. Parallel dazu gibt Karen Nolte einen Überblick zur medizinhistorischen Perspektive auf das Thema (Stichwort: Normierung des Gesundheitswesens auf den männlichen Körper). Beide Artikel sind sehr lesens- und diskutierenswert.

Abschließend möchten wir noch auf drei Rezensionen von wissenschaftlichen Buchveröffentlichungen hinweisen: zum ersten auf eine Publikation zur Geschichte der Gehörlosen im deutschsprachigen Bereich: Marion Schmidt / Anja Werner (Hg.), Zwischen Fremdbestimmung und Autonomie. Neue Impulse zur Gehörlosengeschichte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bielefeld 2019, 416 Seiten. Der Sammelband enthält elf Aufsätze, die sowohl von Wissenschaftler*innen, Lehrkräften und Verbandsvertreter*innen verfasst wurden und dementsprechend unterschiedlich mit der Fragestellung umgehen.

Das zweite Buch (Bettina Hitzer, Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Stuttgart 2020, 540 Seiten), hat gerade den Leipziger Sachbuchpreis erhalten und dürfte angesichts des Titels auf ein breites Interesse stoßen.

Die dritte hier kurz benannte Publikation umfasst lediglich 51 Seiten, ist quasi eine Broschüre und stammt von Florian Mildenberger (Sexualgeschichte – Überblick – Problemfelder – Entwicklungen, Wiesbaden 2020). Wer sich hier kurz, knapp und kompetent informieren will, liegt hier genau richtig. www.hsozkult.de/review/id/reb-50246


Frank Omland, Öffentlichkeitsarbeit

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