Fördermittel für Gruppen von Menschen in schwierigen Lebenssituationen

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) der Stadt Hamburg stellt, gemeinsam mit den gesetzlichen Krankenkassen und den gesetzlichen und privaten Pflegekassen, Fördermittel für die Arbeit von Hamburger Selbsthilfegruppen zur Verfügung. Die Fördermittel fließen in den sogenannten Hamburger Selbsthilfegruppen-Topf, der von KISS Hamburg verwaltet wird. Eine Besonderheit in Hamburg ist, dass auch Gruppen aus dem Bereich „Schwierige Lebenssituationen“ Fördermittel der BGV, zurzeit bis zu € 700,00 pro Gruppe und Jahr, aus dem Hamburger Selbsthilfegruppen-Topf erhalten können. Auch die Förderung von Projekten ist möglich.

Im Förderjahr 2017 wurden an 49 Selbsthilfegruppe insgesamt € 31.948,00 ausgezahlt. Das Themenspektrum ist sehr vielfältig und reicht von Menschen, die gegen die soziale Isolation ankämpfen; Eltern, die darunter leiden keinen Kontakt mehr zu ihren erwachsenen Kindern zu haben; Menschen, die von Mobbing betroffen sind; Angehörigen, die sich nach einem Suizid eines geliebten Menschen gegenseitig unterstützen; Männern, die sich in ihrer Rolle und ihrem Handeln reflektieren und weiterentwickeln wollen; sogenannten Überlebenden der eigenen Kindheit und Jugend, die zumeist von sexueller oder psychischer Gewalt betroffen sind; bis zu Personen, die sich in ihrer Geschlechtsidentität verändern wollen oder auch älteren Menschen, die sich einfach miteinander treffen, um aktiv ihre Freizeit zu gestalten. Gemeinsam ist allen diesen Themen, dass gegenseitige psychosoziale Unterstützung und Entlastung gesucht und gefunden wird.

KISS Hamburg stellt alle eingegangenen Anträge einem Vergabeausschuss zur Entscheidung vor. Stimmberechtigte Mitglieder sind Menschen des öffentlichen Lebens (benannt von den in der Hamburgischen Bürgerschaft vertretenen Fraktionen), gewählte Vertretende der Selbsthilfe sowie Vertretende der Kranken- und Pflegekassen. Außerdem nehmen die Hamburger Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen e.V. (LAG) HH und KISS Hamburg beratend und ohne Stimmrecht an den Sitzungen teil.

Für das Jahr 2018 sind bisher 46 Anträge gestellt worden, die alle durch den Vergabeausschuss bewilligt wurden. Zur Auszahlung kommen hier € 29.858,00. Es stehen also noch Fördermittel für dieses Jahr zur Verfügung! Über Anträge, die rechtzeitig eingereicht werden, entscheidet der Vergabeausschuss im August.

Vor der Antragstellung sollte geprüft werden, ob die nachfolgenden Voraussetzungen gegeben sind:
Die Selbsthilfegruppe

  • ist in der Datenbank von KISS Hamburg registriert
  • besteht seit mindestens einem Jahr
  • trifft sich mindestens 1 x monatlich, begründete Abweichungen sind möglich
  • hat einen Treffpunkt in Hamburg
  • verfügt über mindestens 6 Gruppenteilnehmer


Die Fördermittel dienen der Basisfinanzierung und können verwendet werden für:

  • Porto- und Telefonkosten
  • Miete oder Nutzungsgebühren der Räume für die Gruppentreffen
  • Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Druck von Flyern, Infotische u.a. Materialien)
  • Büromaterialien
  • Literatur zum Gruppenthema
  • Aufwandsentschädigung für gelegentlich hinzugezogene Fachleute
  • Besuch von Fortbildungen für einzelne Gruppenmitglieder
  • Kosten für selbstdurchgeführte Veranstaltungen

Andere Zwecke sind nicht ausgeschlossen, müssen aber ausführlich begründet werden.

Zudem können neue Selbsthilfegruppen in der Gründungsphase eine Anschubfinanzierung nutzen.

Antragstellung bitte an KISS Hamburg, Selbsthilfegruppen-Topf, Kreuzweg 7, 20099 Hamburg.
Das Formular finden Sie hier: https://www.kiss-hh.de/finanzielle-foerderung/formulare.html

Fragen zum Förderverfahren? Antworten gibt es unter Tel. 040-537 978 972, montags 10-13h und mittwochs 14-17h oder unter selbsthilfefoerderung@paritaet-hamburg.de.

Claudia Szottka
Selbsthilfeförderung

Wir beraten Sie gerne!

KISS Hamburg Selbsthilfe-Telefon:

Montag - Donnerstag von 10 bis 18 Uhr: 040 / 39 57 67

Aktuell geöffnet

Persönliche Beratung in den regionalen Kontaktstellen sind zurzeit nur nach voheriger Terminvereinbarung möglich.
Die jeweiligen Kontaktstellen finden Sie hier.