Während derzeit tagtäglich Fragen rund um die KI und ihr Nutzen bzw. ihre Nutzung den nachrichtlichen Alltag mitbestimmen, geraten Fragen zur Digitalen Mündigkeit in den Hintergrund. An dieser Stelle sollen ein paar aktuelle Hinweise auf diverse Veröffentlichungen bzw. Plattformen gegeben werden, die sich mit diesen Themenspektrum beschäftigen.
KI und der Nutzen und die Nutzung für Selbsthilfe
Aktuell gibt es auf vielen verschiedenen Ebenen Angebote, Tool-Tipps und Workshops, die sich mit Fragen zur Nutzung von KI beschäftigen. So gibt die NAKOS gerade einen „Überblick über Fortbildungen, Leitlinien, Datenschutz“ und fasst dort kurz und knapp das Thema für die Selbsthilfe zusammen. Hingewiesen wird dort auch auf die BAG Selbsthilfe, die eine Arbeitshilfe „Effektives Prompting für KI-Modelle. Ein Werkzeug zur besseren Zusammenarbeit mit generativen KI-Systemen“ herausgegeben haben. (Für diejenigen, die von den Engagierten aus der Selbsthilfe unter die Streamenden gehen wollen zudem auch noch eine Handreichung für Twitch!).
Und ein exemplarisches Beispiel für Infos aus den Selbsthilfekontaktstellen stellt die KISS Stuttgart dar, die einen Leitfaden zur KI-Nutzung auf ihre Website gestellt und ebenfalls mit diversen weiterführenden Hinweisen versehen hat.
Langsam eher unübersichtlich ist die Anzahl von Online-Workshops, Fortbildungen und Videos, die sich mit Fragen zur konkreten Anwendung im Bereich des Ehrenamts befassen. Für Hamburg gibt etwa die Freiwilligen Akademie des Aktivoli Landesnetzwerks auf ihrer Website einen Überblick über viele Angebote. (Nebenbei erwähnt: aktuell gibt es noch ein umfangreiches eigenes Angebot zum Thema Datenschutz im Ehrenamt).
Auf Bundesebene stellt die Stiftung Bürgermut im Rahmen von „So geht digital“ einen Code of Conduct, eine Anleitung zum Umgang mit KI, vor. Dies ist als Hilfestellung für die eigene Praxis gedacht und wird in dieser oder ähnlicher Form auch von anderen geteilt.Und die Stiftung bietet im Rahmen von D3-Digital auch Webinare und Sprechstunden „KI in der Praxis“ an.
Am bekanntesten dürften die Angebote der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt sein, die diese jetzt auf einer eigenständigen Plattform, dem dsee-lernportal.de anbietet. Natürlich ist KI dort nur eines von vielen Themen, doch da hier alle schon gegebenen Workshops in der Regel als Video zur Verfügung stehen, lohnt sich immer wieder ein Blick auf den Content.
Allgemein weniger bekannt dürfte Vielen sein, dass im Rahmen des Digital Independence Day (DI DAY), einmal monatlich online eine Art offene Sprechstunde abgehalten wird, die demokratiefreundliche digitale Alternativen thematisiert. Was das sein könnte, kann auf der Website angesehen werden. Vielleicht ja auch ein Anstoß für den Wechsel von Anwendungen.
Kritischer Blick
Doch bei aller Begeisterung und Skepsis zur Anwendung von KI, ist es immer wieder gut, sich auch mit den kritischen Aspekten zu befassen: Die Stichworte lauten: Digitale Mündigkeit, Umgang mit neuen Technologien und die mühselige Anwendung von Alternativen.
Der Verein Digitalcourage hat sich hier schon länger einen Ruf erarbeitet, sich kritisch mit dem Datenschutz, auch und insbesondere in der digitalen Welt und seinen Anwendungen, auseinander zu setzen. Bekannt geworden ist er mit dem jährlich vergebenen „BigBrother Award“ und er versucht mit Alternativen zu bekannten Plattformen bekannter zu machen, denn faktisch bleibt es kompliziert, sich den großen (US-Amerikanischen) Tech-Konzernen zu entziehen. Mit dem Projekt Fediverse weist Digitalcourage auf andere Möglichkeiten hin und versucht damit Nutzenden von Social Media zum Umsteigen und Umdenken zu gewinnen. Nicht so einfach, nicht so leicht. Den Einstieg erläutert der Verein u.a. in einer kleinen Broschüre „Fediverse. So geht Social Media. Raus aus den Hassmedien“ bzw. auf seiner Website. Hingewiesen werden auch auf weiteren Content von Digitalcourage nämlich die Aufzählung von freier Software, die eine Alternative zu den zu bezahlenden Anwendungen bietet. Ebenfalls noch wenig bekannt dürfte die Plattform „Digitale Mündigkeit. Eigenverantwortlich im 21. Jahrhundert“ sein, die ebenfalls eine Reihe von interessanten Tools und Tipps rund um diese Fragestellung bereit hält.
So das wäre es erst einmal wieder mit einer Zusammenfassung zu einem eher unüberschaubaren Feld von digitalen Anwendungen (nicht nur) für die Selbsthilfe. Gerne zurückmelden, wenn wichtige Sachen vergessen wurden, insbesondere wenn sich diese ausdrücklich mit der gruppenbezogenen Selbsthilfe befassen. Nehme ich dann gerne in unser Wissen dazu auf.
Frank Omland
(Öffentlichkeitsarbeit)