Der PARITÄTISCHE Hamburg startet Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern

Kindern, Familien sowie sozialpädagogischen und medizinischen Fachkräften bietet der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg seit heute auf www.aufklaren-hamburg.de eine Plattform mit umfangreichen Hilfe- und Unterstützungsangeboten zum Thema ‘Kinder psychisch erkrankter Eltern‘ nicht nur in Zeiten von Corona.

Zu Hause aufeinander hocken, über Tage und Wochen – in vielen Familien ist es da nur eine Frage der Zeit, bis auf die Anspannung eine Eskalation folgt. Liegt dann noch eine psychische Erkrankung eines Elternteils vor, leidet die ganze Familie umso mehr. Eine Situation, die nicht erst Corona hervorgerufen hat: In Deutschland leben mehr als drei Millionen Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil zusammen – jedes vierte Kind ist betroffen. In Hamburg wachsen circa 77.000 Kinder im Schatten der elterlichen Erkrankung auf. Das neue Projekt ‚A: aufklaren | Expertise & Netzwerk für Kinder psychisch erkrankter Eltern‘ des PARITÄTISCHEN  Wohlfahrtsverbands Hamburg hat sich daher zum Ziel gesetzt, dass Kinder psychisch erkrankter Eltern in unserer Gesellschaft gesehen und ihre Bedürfnisse wahrgenommen werden. Damit das gelingt, sensibilisiert und vernetzt A: aufklaren Fachkräfte wie Erzieher*innen, Lehrer*innen, Ärzt*innen oder Hebammen.

„Kinder und Jugendliche aus einem psychisch belasteten Elternhaus brauchen Orte der Zuflucht, die ihnen manchmal als einzige Erholung dienen. Kitas und Schulen sind solche Zufluchtsorte, die momentan fehlen. Genauso fehlen Bezugspersonen und auswärtige Kontakte, die Orientierung und Sicherheit geben“, sagt Kristin Alheit, Geschäftsführerin des PARITÄTISCHEN Hamburg. „Wir wollen die Kinder stärken, indem wir die sozialen Fachkräfte stärken, die auf vielfältige Weise mit ihnen zusammenarbeiten.“

Juliane Tausch, Landeskoordinatorin von A: aufklaren, ergänzt „Mit A: aufklaren sensibilisieren wir in Hamburg Fachkräfte aus allen Versorgungs- und Hilfebereichen, damit sie Kinder und ihre psychisch erkrankten Eltern besser wahrnehmen. Neben einem Fachberatungsangebot wird es in Kürze Fortbildungen, Sprechzeiten für Fachkräfte, eine Datenbank mit umfangreichen Ansprechpartnern, Fallberatung und Fallwerkstätten geben. Die Corona-Krise macht noch einmal deutlich, dass wir hier eine gesellschaftliche Verantwortung tragen.“

Warum wir jetzt handeln müssen

Bleiben die Belastungen für Kinder von psychisch erkrankten Eltern unerkannt, können die Folgen für sie schwerwiegend sein: Störung der Beziehungs- und Bindungsentwicklung, Überforderung, Rollenumkehr in Familien, Scham- und Schuldgefühle sowie ein erhöhtes Risiko Opfer von Misshandlung zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine psychische Erkrankung entwickeln, ist um ein Drei- bis Vierfaches höher.
 

Projekt entwickelt digitales Angebot rund um Kinder psychisch erkrankter Eltern

A: aufklaren bietet auf der Homepage www.aufklaren-hamburg.de ein spezielles Angebot mit ausgewählten Themen für Kinder, Jugendliche, Eltern sowie sozialpädagogische und medizinische Fachkräfte an.

Neben umfangreichen Kontaktlisten für Hilfen bei Krisen- und Notfällen finden Nutzer*innen zahlreiche Beratungsangebote. Tipps für den Zeitvertreib zu Hause, Anregungen gegen den Alltagsstress und informative Fachbeiträge sowie Experteninterviews runden das Angebot ab. Dabei wächst das Repertoire stetig – auch wenn Corona nicht mehr den Lebensalltag bestimmen wird – A: aufklaren wird bleiben.

A: aufklaren ist ein Projekt des PARITÄTISCHEN Hamburg im Referat Jugend und Familie. Förderung erhält es durch die Auridis Stiftung gGmbH. www.aufklaren-hamburg.de

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