Aktuelles zur Förderung der Selbsthilfe in Hamburg

Über die Neuerungen der Vergabeverfahren zur finanziellen Förderung der Selbsthilfegruppen in Hamburg,  die in diesem Jahr in Kraft getreten sind, haben wir in zahlreichen Veröffentlichungen ausführlich berichtet. Darüber hinaus haben wir im November vergangenen Jahres gemeinsam mit Vertreterinnen der gesetzlichen Krankenkassen in Hamburg eine sehr gut besuchte digitale Informationsveranstaltung zur finanziellen Förderung durchgeführt. Auch zukünftig wird KISS Hamburg alle Hamburger Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen über Fördermöglichkeiten beraten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Mittlerweile wurde sowohl die Sitzung des Vergabeausschusses des Selbsthilfegruppen-Topfes für lebenslagenbezogene Selbsthilfegruppen aus dem Bereich Gesundheit und pflegebezogene Selbsthilfegruppen sowie die Vergabesitzungen der gesetzlichen Krankenkassen für die gesundheitlichen Selbsthilfegruppen und die Hamburger Selbsthilfeorganisationen durchgeführt. Die drei Sitzungen fanden auch in diesem Jahr wieder als Video- bzw. Telefonkonferenzen statt.
 

Vergabeausschuss Hamburger Selbsthilfegruppen-Topf

Das Antragsverfahren und die Förderbedingungen haben sich nicht grundlegend verändert. Die bisher geltenden Kriterien zur Bemessung der finanziellen Förderung pro Gruppe sind weiterhin gültig. Insgesamt hatte der Vergabeausschuss des Selbsthilfegruppentopfes in seiner ersten Sitzung über 62 (Vorjahr 56) Pauschal- und Projektanträge aus den Bereichen Lebenslagen und Pflege zu entscheiden. KISS Hamburg hat mittlerweile alle Antragstellenden über die Entscheidung des Vergabeausschusses informiert, sodass die Weiterleitung der genehmigten Fördersummen an die Gruppen demnächst erfolgen kann.
Es wird auch in diesem Jahr eine zweite Vergabesitzung im Herbst stattfinden. Gruppen aus den Bereichen lebenslagen- oder pflegebezogene Selbsthilfe, die es bisher versäumt haben für 2021 einen Antrag zu stellen, haben die Chance dies nachzuholen. Antragsunterlagen und weitere Infos finden Sie hier.
 

Vergabesitzung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für Selbsthilfegruppen

Die Förderbedingungen für gesundheitsbezogene Selbsthilfegruppen gem. § 20h SGB V haben sich ebenfalls nicht wesentlich verändert. Allerdings ist das neue Antragsformular umfangreicher geworden, u.a. da nun Projektmittel mitbeantragt werden können. KISS Hamburg hat auch für das Förderjahr 2021 die Gruppen aus dem Bereich Gesundheit beraten, die neuen Antragsformulare der GKV entgegengenommen, die Anträge aufbereitet und an die GKV weitergeleitet. Bis zur Vergabesitzung mussten wie in jedem Jahr noch zahlreiche Klärungen mit den beantragenden Gruppen vorgenommen werden. Da dies in diesem Jahr allerdings auch aufgrund der neuen Vergabepraxis bei fast einem Drittel der Gruppen nicht rechtzeitig bis zur Sitzung gelungen ist, werden sich die Benachrichtigungen und die Auszahlungen an die Gruppen leider verzögern.
Insgesamt hatten die Vertreter*innen der gesetzlichen Krankenkassen über rund 230 Anträge (Vorjahr 283) von Selbsthilfegruppen zu entscheiden. KISS Hamburg war als Vertretung der Selbsthilfe zur Vergabesitzung eingeladen und nahm beratend teil. Zukünftig soll KISS Hamburg mit weiteren Selbsthilfevertreter*innen zu den Vergabesitzungen eingeladen werden. Eine gemeinsam mit den Selbsthilfevertreter*innen abgestimmte Geschäftsordnung, die die zukünftige Zusammenarbeit in diesem Gremium regelt, soll noch in diesem Jahr erarbeitet werden.
 

Vergabesitzung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für Selbsthilfeorganisationen

Die Förderbedingungen für gesundheitsbezogene Selbsthilfeorganisationen auf Landesebene gem. § 20h SGB V haben sich nicht wesentlich verändert. Seit 2018 können die landesweiten Selbsthilfeorganisationen ihre Anträge direkt bei der Koordinierungsstelle der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zur Selbsthilfeförderung in Hamburg einreichen. Wie bereits im Vorjahr  lagen den Vertreter*innen der GKV  Förderanträge von 24 Selbsthilfeorganisationen zur Entscheidung vor. Die Landesarbeitsgemeinschaft für behinderte Menschen (LAG) und KISS Hamburg waren als Vertretungen der Selbsthilfe zur Vergabesitzung eingeladen und nahmen beratend teil.
Antragsunterlagen,  Transparenzberichte und nähere Infos unter www.gkv-selbsthilfefoerderung-hamburg.de
 

Zusätzliche Bedarfe im Bereich Digitalisierung und Räume

Spätestens im Verlauf des vergangenen Jahres wurde deutlich, dass nicht nur die theoretische Beschäftigung mit dem Thema Digitalisierung, sondern die praktische Umsetzung digitaler Kommunikationslösungen dringend erforderlich sind. Digitale Anwendungen haben im Bereich der Selbsthilfe in den vergangenen Monaten dazu beigetragen, dass Betroffene, Angehörige und Interessierte den Kontakt miteinander halten konnten. Insgesamt ist es der Selbsthilfe innerhalb kürzester Zeit gelungen, ihre Angebote sowie zahlreiche Gruppentreffen während der eingeschränkten persönlichen Kontaktmöglichkeiten in virtueller Form  zu gestalten. Dass diese Umstellungen auch zukünftig zusätzliche finanzielle Förderung für Hard- und Software sowie Fortbildungsmaßnahmen erforderlich machen, verwundert wohl niemanden. Sowohl die gesetzlichen Krankenkassen und ihre Verbände sowie die öffentliche Hand haben auf diese neuen Bedarfe reagiert und ihre Förderkriterien auch im Bereich der Selbsthilfe angepasst. Die Förderung digitaler, datenschutzkonformer Angebote der Selbsthilfe ist z.B. im aktualisierten GKV-Leitfaden zur Selbsthilfeförderung ab 2021 hinterlegt.

Trotz der digitalen Weiterentwicklungen ist es unserer Erfahrung nach weiterhin für viele Selbsthilfeaktive und Neu-Interessierte von unschätzbarem Wert, sich regelmäßig persönlich zu treffen. In diesem Zusammenhang stellen die mit der Corona-Pandemie einhergehenden notwendigen Sicherheits- und Hygienekonzepte auch für die Selbsthilfegruppen große Herausforderungen dar. Insbesondere fehlen derzeit in Hamburg kostengünstige Räumlichkeiten, in denen sich zwischen 8-16 Personen regelmäßig treffen können. Die derzeitigen Raumnutzungen in den vier Kontaktstellen sind sehr begrenzt. Wir geben sehr gerne geeignete Raumnutzungsangebote an die Selbsthilfegruppen weiter. Schreiben Sie uns unter kiss@parität-hamburg.de.

Christa Herrmann, Leitung KISS Hamburg

Wir beraten Sie gerne!

Selbsthilfe-Telefon:

Montag - Donnerstag von 10 bis 18 Uhr: 040 / 39 57 67

Aktuell geöffnet

Pandemiebedingt findet bis auf Weiteres in unseren Kontaktstellen keine persönliche Beratung statt. Telefonisch stehen wir Ihnen selbstverständlich zur Verfügung. Bitte nutzen Sie das Selbsthilfe-Telefon. Ausnahme: Am Dienstag, 22. Juni, ist aufgrund einer internen Fortbildung das Selbsthilfe-Telefon nicht besetzt.