Selbsthilfegruppen in Zeiten von Corona und Kontaktsperre

Liebe Selbsthilfe-Interessierte,

uns ist bewusst, dass die aktuell gültigen Kontaktverbote viele Menschen hart treffen, und Selbsthilfegruppen vielleicht besonders hart. Daher machen wir uns gerade sehr viele Gedanken, wie wir Sie unterstützen können.

Auf dieser Seite finden Sie daher Videos, Audios, Praxistipps und ähnliches, mit denen wir Sie und Ihre Gruppe beim Kontakt-Halten und auch bei weiteren Sorgen unterstützen möchten.

 

Gruppentreffen in unseren Räumen bald wieder möglich

Die Hamburger Gesundheitsbehörde hat verfügt, dass Gruppentreffen nun wieder mit maximal 15 Personen und unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregelungen erlaubt sind. Wir als Einrichtung der Selbsthilfeförderung sind aufgefordert, dafür Hygienepläne zu entwickeln.

Wir bereiten daher an allen vier Standorten die Räume für die Rückkehr der Gruppen vor. Wir freuen uns, dass damit bald auch ein wenig Normalität in den Alltag der Selbsthilfe zurückkehrt. Allerdings wird dieser neue Alltag von notwendigen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen umrahmt werden, deren Umsetzung wir gerade mit Hochdruck vorbereiten. Dies betrifft auch eine Neuregelung der zukünftigen Nutzung unserer Gruppenräume.

In vielen Gesprächen mit Selbsthilfeaktiven, die zu den Risikogruppen gehören, haben wir erfahren, dass einem persönlichen Gruppentreffen im Moment eher zurückhaltend begegnet wird. Wir bitten deshalb die Gruppenverantwortlichen der Gruppen, die sich an einem unserer vier Standorte treffen, zunächst innerhalb der Gruppe zu klären, ob im Moment tatsächlich der Bedarf nach einem persönlichen Treffen vorhanden ist. Erst danach bitten wir um Kontaktaufnahme mit ihrer jeweiligen Kontaktstelle, um die neuen Modalitäten für ein Treffen in unseren Räumen zu besprechen. Gruppentreffen in unseren Räumen werden schätzungsweise ab Mitte Juni wieder möglich sein.

An Selbsthilfegruppen, die sich derzeit nicht in den Räumen einer unserer Kontaktstellen treffen, dies aber zukünftig gerne tun würden: Leider haben wir bis auf weiteres keine freien Raumkapazitäten.

Unsere neueste Videobotschaft an Sie

  

Hilfreiche technische Instrumente für Gruppenarbeit in Corona-Zeiten

Wir haben für alle Hamburger Selbsthilfegruppen eine kleine Übersicht erstellt, welche technischen Hilfsmittel es gibt, um in Zeiten von Corona und social distancing in Kontakt zu bleiben und sich auszutauschen.

Es geht um:

Bitte beachten Sie, dass diese Übersicht nicht vollständig ist und wir nicht alle eingehend prüfen konnten, wie sehr sie sich an deutschen Datenschutz halten. Welches dieser Hilfsmittel für Ihre Gruppe das geeigneste ist, können wir Ihnen nicht sagen, das müssen Sie ausprobieren. Wir hoffen aber, dass wir Ihnen so ein wenig behilflich dabei sein können.

Ergänzend dazu empfehlen wir unsere Moderationstipps bei Video- und Telefonkonferenzen.

 

kostenlose Chaträume für alle Hamburger Selbsthilfegruppen

Zurzeit dürfen sich wegen Corona keine Selbsthilfegruppen treffen, obwohl der Redebedarf für deren Mitglieder oftmals gerade jetzt hoch ist. Daher bietet KISS Hamburg (Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen Hamburg) in ihrer Selbsthilfe-App nun geschlossene Chaträume für alle Hamburger Selbsthilfegruppen an.

„Selbsthilfegruppen leben davon, dass Austausch und vertrauliche Gespräche stattfinden, die Mut machen und Informationen liefern. All das ist in Zeiten von Corona leider nicht möglich“, sagt Christa Herrmann, Leiterin von KISS Hamburg. Viele Gruppen nutzen daher nun frei verfügbare Chat-, Telefon- oder Videodienste, die häufig den Datenschutz nicht ausreichend berücksichtigten. „Gerade in Selbsthilfegruppen geht es um sehr persönliche Themen oder gesundheitliche Probleme, weshalb sie sehr genau auf Datenschutz achten sollten“, so Herrmann. Abhilfe schafft hier eine Neuerung in der 'KISS Hamburg Selbsthilfe-App'.

„Im Chatbereich können sich die bei uns registrierten rund 1000 Hamburger Selbsthilfegruppen jetzt in geschlossenen Chaträumen austauschen. Neben Textnachrichten können Dateien, Bilder und Videos geteilt werden. In kleineren Gruppen ist sogar ein Video-Chat möglich. Damit bieten wir Selbsthilfegruppen die Möglichkeit, sich in einem geschützten Raum vertraulich online auszutauschen. Sie selbst bestimmen, welche Daten sie preisgeben möchten“, sagt Anke Heß, Projektleiterin bei KISS Hamburg.

Unterstützt von der AOK Rheinland/Hamburg geht KISS Hamburg seit über drei Jahren im gemeinsamen Projekt „Neue Wege in der Selbsthilfe“ und hat in dem Zuge vor einigen Wochen die 'KISS Hamburg Selbsthilfe-App' offiziell gestartet, die in den üblichen App-Stores kostenlos heruntergeladen werden kann. „Es gibt auch offene Chat-Räume, in denen sich Mitglieder von Selbsthilfegruppen und Interessierte austauschen können, etwa über die Frage, welche gelungenen Beispiele es für Selbsthilfearbeit in Zeiten von Corona gibt“, so Heß. KISS Hamburg will so die Selbsthilfearbeit in dieser Zeit bestmöglich unterstützen.
Interessierte Gruppen wenden sich bitte an: selbsthilfeprojekt@remove-this.paritaet-hamburg.de

 

Besonderer Telefon-Service für SHG-Mitglieder

In Selbsthilfegruppen treffen sich Menschen, die ihre Situation durch Begegnung bewältigen. Ein persönliches Zusammenkommen ist zurzeit leider nicht möglich. Solange der Selbsthilfealltag nicht funktionieren kann, gibt es besonderen Redebedarf. Wir – die Selbsthilfekontaktstellen ‐ sind die Schnittstelle zwischen Selbsthilfegruppen und Interessierten. Für Sie alle haben wir jetzt ein erweitertes telefonisches Angebot eingerichtet:

  • Sie suchen eine Selbsthilfegruppe und finden im Moment kein offenes Ohr?
  • Sie brauchen jetzt ein Gespräch über Ihre Sorgen und Nöte, die Gruppe wird sich aber erst in einiger Zeit wieder treffen?
  • Sie wissen nicht, wie Sie die Wochen gestalten sollen, bis Sie wieder zum Gruppentreffen gehen können?
  • Sie vermissen Ihre Selbsthilfegruppe?
  • Da ist plötzlich kein Gegenüber mehr und die persönliche Begegnung fehlt Ihnen?
  • Sie wissen nicht, wem Sie Ihre Gedanken mitteilen können?
  • Es fehlt Ihnen an Kontakt, Verbundenheit oder Halt?
  • Sie brauchen ganz einfach ein Gespräch?

An alle Selbsthilfe‐Aktiven und Menschen, die auf der Suche sind: Wir freuen uns auf eine Begegnung am Telefon. Rufen Sie uns an, wir sind gerne für Sie da!
Ein Gespräch hilft. Gerade jetzt!
KISS Hamburg Selbsthilfe‐Telefon 040 – 39 57 67 (Montag bis Donnerstag, 10 – 18 Uhr).

>> Informationen zu diesem Telefon-Service als pdf zum Ausdrucken

 

Machen Sie mit bei unserem ersten Podcast

In unserem allerersten Podcast verschaffen wir Ihnen Gehör!
Wie geht es Ihnen und Ihrer Selbsthilfegruppe/ Ihrer Organisation gerade?
Was bedeutet die aktuelle Kontaktbeschränkung für Sie?
Wie treten Sie trotzdem miteinander in Kontakt?
Welche Lösungen haben Sie bereits gefunden?

Weitere Infos finden Sie hier

 

Corona und Selbsthilfe – Übersichtsseiten

BAG Selbsthilfe hat umfangreiche Infos zu Corona und Selbsthilfe zusammengestellt.
Laufend aktualisierte Informationen aus den Bereichen Gesundheitsprävention, Patientenvertretung und Selbsthilfe gibt es hier.

Fragen und Antworten zu Corona und Selbsthilfearbeit bezüglich

  • Vereinsrecht, Ersatz von Stornokosten und weitere rechtliche Fragen
  • Gesundheitliche Versorgung und Pflege
  • Selbsthilfeförderung/ Projektförderung
  • Online-Kommunikation/Social Media

gibt es hier. Außerdem gibt es einen Leitfaden für Internetbasierte Kommunikation in der Corona-Krise.


Auch die NAKOS hat einige Corona-Infos zusammengestellt und gegliedert in:

  • Beispiele und Praxistipps
  • Projekte von Selbsthilfekontaktstellen
  • Bewältigungsstrategien von Selbsthilfeaktiven
  • digitaler Austausch statt Gruppentreffen
  • Rechtliche Bestimmungen und Ausnahmeregelungen

Wir sind telefonisch (und mit vorher vereinbartem Termin auch persönlich) für Sie erreichbar!

Von Montag bis Donnerstag (jeweils 10 bis 18 Uhr) erreichen Sie uns unter

040 / 39 57 67