FORUM „Neue Wege in der Selbsthilfe“ Februar 2018

Mitte Februar 2018 haben sich erneut nahezu 40 Selbsthilfeaktive sowie Interessierte aus dem Sozial- und Gesundheitswesen in der Konferenzetage des PARITÄTISCHEN Hamburg zusammengefunden, um sich über neue Wege in der Selbsthilfe auszutauschen. Im Mittelpunkt standen diesmal Chancen und Risiken im Umgang mit WhatsApp, Instagram und Online-Selbsthilfeforen.

Danilo Schmogro eröffnete das Forum mit einem kurzen Rückblick über die bisherigen Projekt-Meilensteine von der Auftaktveranstaltung über das erste Forum bis hin zu einer umfassenden Befragung zur Zukunft der Selbsthilfe. Das von KISS Hamburg und der AOK Rheinland/Hamburg gemeinsam initiierte Projekt „Neue Wege in der Selbsthilfe“ hat bereits eine gute Wegstrecke zurückgelegt. Der nächste Meilenstein, die Ergebnisse der Befragung, werden auf dem 3. Forum am 14.06.2018 präsentiert.
 

„Was nicht im Internet zu finden ist, existiert nicht.“

SSascha Bolte bei seinem Vortrag über Instagram und Co.ascha Bolte, Kursleiter an der VHS Hamburg, zeigte anschließend direkt mit seinem Smartphone die Anwendungs- und Verknüpfungsmöglichkeiten von Instagram und WhatsApp. Die Anwesenden konnten in „Echtzeit“ miterleben, wie ein Gruppen-Profil auf Instagram erstellt und mit anderen Interessierten geteilt werden kann, wie sich eine Selbsthilfegruppe auf Instagram präsentieren und mit anderen Interessierten auf WhatsApp vernetzen kann und welche Fallstricke insbesondere bei sensiblen Themen zu beachten sind. Die darauffolgende Diskussion verdeutlichte die besondere Herausforderung für die Selbsthilfe, im Internet gesehen und gefunden zu werden ohne zu viel von sich preiszugeben. Denn für viele, die wie Sascha Bolte mit dem Internet und den sozialen Netzwerken aufgewachsen sind, existiert etwas nur, wenn es auch online vorhanden ist. 

WhatsApp ist ein Instant-Messaging-Dienst, d.h. Einzelpersonen und Gruppen können Textnachrichten, Bild-, Video- und Ton-Dateien miteinander austauschen und auch online telefonieren. Laut der aktuellen Online-Studie von ARD und ZDF nutzen 55% der Deutschen jeden Tag WhatsApp, nach offizieller Angabe des Anbieters sind es täglich 34 Millionen Menschen.

Instagram ist ein Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos, der laut aktueller ARD und ZDF-Studie von neun Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland genutzt wird. Nach offizieller Angabe des Anbieters sind es wöchentlich 5,6 Millionen Nutzer.

„Betroffene auf der Straße zu finden ist schwieriger als im Internet.“

Sophie Schulze vom Selbsthilfeverein Borderline-Netzwerk e.V. zeigte in ihrem Vortag, wie Hilfe zur Selbsthilfe im Internet funktionieren kann. Unter dem Motto: „Du kannst es nicht alleine schaffen, doch nur du alleine kannst es schaffen“ bietet das Borderline-Netzwerk bereits seit 15 Jahren ein Online-Selbsthilfeforum mit integriertem Chat für Betroffene und Angehörige an (www.borderline-netzwerk.info/forum). Gleichzeitig möchten sie dem noch weit verbreiteten Mythos, Online-Selbsthilfe „tauge nichts“, entgegentreten. Die 1345 registrierten Nutzer_innen im Alter von 16 bis knapp 70 Jahren und ca. 100 aktive Beiträge täglich zeigen, dass Online-Selbsthilfe durchaus etwas taugen kann. Dies gelinge jedoch nur mit klaren Zugangs- und Verhaltensregeln, die von den Vereinsmitgliedern kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt werden. Moderator_innen sorgen dafür, dass die Regeln eingehalten werden, der Austausch untereinander konstruktiv bleibt und destruktive Äußerungen begrenzt oder gestoppt werden. Für besonders sensible Themen gibt es geschützte Zugangsbereiche, so dass auch schambesetzte Themen ohne Gesichtsverlust angesprochen werden können und Raum für gegenseitige Unterstützung, Wertschätzung und das Verständnis füreinander entstehen kann. Das Borderline-Netzwerk geht mit gutem Beispiel voran und zeigt die Potentiale auf, die das Internet für die Selbsthilfe bieten kann.

Eine Liste mit Selbsthilfe-Internetforen gibt es auf www.selbsthilfe-interaktiv.de.

 

SAVE THE DATE: 3. Forum Neue Wege in der Selbsthilfe am 14.06.2018

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