Raus aus der Kaufsucht

Maria, 39, kämpft seit vielen Jahren mit starken Impulsen zu teuren Einkäufen. Ihre Kaufsucht ist mit der Zeit problematisch geworden. Hier beantwortet sie uns drei Fragen zu ihrer Kaufsucht und der Selbsthilfegruppe, die sie starten will.

Wo und wie schlägt die Kaufsucht bei Ihnen am stärksten durch?
Ich habe seit meinem Studium damit zu kämpfen, dass ich mehr kaufe, als ich eigentlich wollte und mir leisten kann. Seit Frühjahr letzten Jahres ist es zu einem echten Problem geworden. Ich habe - auch durch Home Office und die psychische Belastung durch Corona - sehr viel online bestellt und auch in Geschäften immer wieder die Kontrolle verloren. Ich kaufe vor allem hochwertige, teure Kleidung und teure Kosmetik - um mich wertvoller zu fühlen. Im September habe ich beschlossen, mir Hilfe zu suchen und baue eine Selbsthilfegruppe auf.

Wie fühlen Sie sich dabei und danach?
Das Kaufen ist mittlerweile leider sehr gut eingeübt und sobald es mir schlecht geht oder ich mich überfordert fühle, kommt der Kaufimpuls. Es kann auch eine Anzeige oder ein Newsletter sein, der mich "verführt". Es ist wie ein Sog, dem ich mich kaum entziehen kann. Ich arbeite aber daran, auch weil ich mich seit Dezember bei der Boje in Wandsbek in Beratung befinde. Nach dem Kaufen habe ich sehr gemischte Gefühle - Freude z.B. auf das Paket, Aufregung, schlechtes Gewissen, Sorge wegen Geld und Heimlichtuerei. Es ist ein Cocktail an Emotionen, den das Kaufen auslöst, es sind positive und negative. Als die Probleme größer wurden, wurden es auch immer mehr negative Emotionen.

Was erhoffen Sie sich von der Gruppe?
Ich möchte Menschen kennenlernen, mit denen ich offen über die Kaufsucht sprechen kann. Wir würden uns gegenseitig dabei unterstützen, das Problem in den Griff zu bekommen. Man könnte sich Ziele setzen und bei Rückfällen wieder aufbauen. Es soll ein vertrauter und diskreter Rahmen sein, in dem jede(r) sie/er selbst sein kann. Ich selbst möchte wieder in ein normales Kaufverhalten zurückfinden, also nur Notwendiges kaufen, und wenn ich mir was "leiste", soll es leistbar sein und nicht in einen Kaufrausch führen.

Die Gruppe befindet sich im Aufbau und wird sich in Altona, voraussichtlich in Ottensen, Othmarschen oder Groß Flottbek, alle zwei Wochen treffen.

Wir beraten Sie gerne!

Selbsthilfe-Telefon: 040 / 39 57 67

Montag -  Donnerstag von 11 bis 17 Uhr (am Donnerstag, 20.1., wegen einer internen Fortbildung erst ab 13 Uhr)

 

Aktuell geöffnet

Persönliche Termine, auch außerhalb der Sprechzeiten, bieten wir Ihnen nach vorheriger Vereinbarung und unter Einhaltung der 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet) an.