13.02.2020

Zwei neue Zahlenwerke der Stadt Hamburg erschienen

Die Stadt Hamburg veröffentlicht in unregelmäßigen Abständen Berichte zur Lebenslage bestimmter Bevölkerungsgruppen. Nachdem über Familien, Obdachlose und Geflüchtete eigenständige Berichte veröffentlicht wurden, folgte im Dezember 2019 eine 72-seitige Publikation zur Soziallage von Langzeiterwerbslosen.
Da die dort aufgezeigten Daten praktisch alle aus der amtlichen Statistik der Bundesagentur für Arbeit stammen, folgt der Bericht der dort angewandten institutionellen Logik. Das an dieser Stelle besonders wichtige Fazit zum Thema Gesundheit verändert sich dabei seit Jahrzehnten nicht: „Arbeitslose und insbesondere langzeitarbeitslose Menschen sind häufiger von Krankheiten betroffen und weisen in physischer und psychischer Hinsicht häufiger gesundheitliche Einschränkungen auf als Erwerbstätige. Erschwerend kommt hinzu, dass sich mit Eintritt in die Arbeitslosigkeit gesundheitsriskantes Verhalten vielfach verstärkt und mit der Dauer der Arbeitslosigkeit manifestiert. Flankierende gesundheitsfördernde Maßnahmen sind erforderlich, um beschäftigungsfördernde oder qualifizierende arbeitsmarktpolitische Maßnahmen abzusichern.“ (S. 35). Ob die im Lebenslagen-Bericht aufgezählten Maßnahmen die Situation der Betroffenen wirklich verbessern können, bleibt abzuwarten. Genauso die Wirkung des Rehabilitations-Modellprojekts eines „Haus für Gesundheit und Arbeit“, das an „einem zentralen Ort rechtskreisübergreifend und niedrigschwellig Zugang zu individuellen, bedarfsorientierten Beratungen und Leistungen gewähren“ soll und „in einem neutralen Setting“ Hilfen des Jobcenters, der Agentur für Arbeit Hamburg, der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration sowie der Deutschen Rentenversicherungen Nord und Bund sowie ausgewählter Krankenkassen vorhalten soll (S. 65).

Sehr viel umfangreicher und detaillierter fällt der 476-seitige „Bericht zur demografischen Entwicklung in Hamburg 2018“ aus, der unter dem Titel „Stadt im Wandel“ im September 2019 online gestellt worden ist. Der Bericht besticht dadurch, dass er mit einer zehnseitigen Kurzzusammenfassung beginnt und danach in vier Abschnitten auf knapp 90 Seiten unzählige Details zur Einwohnerentwicklung, den Wanderungen der Bevölkerung, ihrer Altersstruktur, den Haushaltsgrößen, dem Wohnungsbestand, der Bautätigkeit, dem Wegfall der Sozialwohnungen sowie abschließend eine Schätzung der Bevölkerungsentwicklung benennt. Den größten Raum der Publikation nehmen die anschließenden Stadtteilsteckbriefe ein, die jeweils für Zehn-Jahres-Zeiträume die obengenannten Themen in Grafiken und Tabellen darstellen. Wer sich also kurz und prägnant zum eigenen Stadtteil informieren will, dem sei dieser Bericht zur demografischen Entwicklung der Stadt Hamburg mehr als empfohlen.

Frank Omland
Öffentlichkeitsarbeit

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