18.11.2019

Ungleichheit auf dem Höchststand?!

Wie verteilen sich Armut und Reichtum in Deutschland? Das ist eine hochpolitische und gesellschaftlich sehr relevante Frage. Regelmäßig gibt es dazu Studien, und die Meinungen fallen je nach Sichtweisen sehr unterschiedlich aus. Das Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung gibt in jährlicher Folge einen Zwischenstand heraus, den sogenannten WSI-Verteilungsbericht, dessen Kurzversion von 2018 sogar als Video im Internet zur Verfügung steht.

Bedauerlicherweise klafft danach die Schere zwischen denen, die reicher werden, und denen, die immer ärmer werden, seit 2010 von Jahr zu Jahr immer weiter auseinander. Sowohl Reichtum als auch Armut verfestigen sich danach dauerhaft, d.h. sozialer Aufstieg der Armen findet nicht mehr statt und ein Abstieg der Reichen sowieso nicht. Aus Sicht des WSI sind wachsende Lohnungleichheiten, d.h. die zunehmende Spreizung der Löhne seit Ende der 1990er Jahre, der eine Grund für die zunehmende Ungleichheit der verfügbaren Haushaltseinkommen: „Seitdem gibt es eine wachsende Bevölkerungsgruppe am unteren Rand der Verteilung, die den Anschluss an die Lohnsteigerungen der Mitte der Gesellschaft verloren hat.“ (S. 14, WSI-Report 2019). Der andere Grund sind die Erträge der Reichen aus ihren Kapitaleinkommen: „Die Kapitaleinkommen haben sich längst von der Finanzkrise erholt und erhöhen die Ungleichheit weiter.“ (ebd.).
Dauerhafte Armut führt potentiell zu massiven Einschränkungen in der sozialen Teilhabe und deshalb fordert das WSI bildungs- und arbeitsmarktpolitische Reformen, die die soziale Durchmischung aller Bevölkerungsgruppen fördern. Hinzu kommen Forderungen nach der Verringerung des Niedriglohnsektors, eine stärkere Besteuerung von Spitzeneinkommen, die Anhebung der ALG II Regelsätze und eine bedarfsorientiere Beratung für Bedürftige, insbesondere die stark ausgegrenzten Langzeitarbeitslosen.
Es stellt sich die Frage, ob diese Forderungen bis zum nächsten WSI-Report im November 2020 noch diskutiert werden oder vielleicht schon umgesetzt worden sind.

Frank Omland, Öffentlichkeitsarbeit

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