14.08.2019

Projektdokumentation „Barrierefreiheit in Arztpraxen“ erscheint

Die  Patienten-Initiative e.V. führt gemeinsam mit den Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS Hamburg) des PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverbandes Hamburg seit 2015 das Projekt „Barrierefreiheit in Arztpraxen“ durch. Das von der AOK Rheinland/Hamburg finanziell geförderte Projekt ist aus einer Arbeitsgruppe der Landeskonferenz Versorgung (LKV) hervorgegangen, die sich 2014 und 2015 mit der Barrierefreiheit in der gesundheitlichen Versorgung in Hamburg beschäftigte. Die Arbeitsgruppe stellte insbesondere fest, dass es einen großen Bedarf nach mehr Transparenz über die Bedingungen  der Hamburger Arztpraxen gab und z. B. ein „Hamburger Stadtplan zur Barrierefreiheit“ hier Abhilfe schaffen könnte.

Leider konnte diese Idee so nicht in die Tat umgesetzt werden, aber die Patienten-Initiative e.V. bekam den Auftrag, auf Grundlage des in der Arbeitsgruppe abgestimmten Kriterienkatalogs ein Instrument zu entwickeln, mit dem Daten zur Barrierefreiheit erhoben und später veröffentlicht werden können. Den Beschluss der Landeskonferenzversorgung hat die Patienten-Initiative gemeinsam mit KISS Hamburg umgesetzt und führt seit Ende 2015 ein Projekt zur Erhebung der Barrierefreiheit in Hamburger Arztpraxen durch. Aus dem in der Landeskonferenz verabschiedeten Kriterienkatalog wurde eine Checkliste entwickelt, mit der Erhebungen zur Barrierefreiheit in Arztpraxen durchgeführt werden. Mittlerweile haben sich über 130 Arztpraxen an der Erhebung beteiligt und ihre Praxis anschließend in der gleichzeitig neu entwickelten Web-App planB.hamburg veröffentlichen lassen. Patient*innen in Hamburg haben so eine hervorragende Möglichkeit, sehr detaillierte Daten zur Barrierefreiheit von Arztpraxen zu finden.

Die Patienten-Initiative hat eine umfassende Projektdokumentation erstellt, die ab September direkt bei der Patienten-Initiative e.V., Alsterdorfer Markt 8, 22297 Hamburg bestellt werden kann und unter www.patienteninitiative.de als barrierefreie pdf zur Verfügung stehen wird.

 

Bedarfsplanungsrichtlinie in Kraft getreten

Barrierefreiheit in der medizinischen Versorgung ist selbstverständlich nicht nur in Hamburg, sondern bundesweit ein Thema,  das insbesondere  von Patientenvertreter*innen in allen relevanten Gremien mit Nachdruck eingebracht wird. So wurden im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA)  umfassende Änderungen der Bedarfsplanungsrichtlinie zum 30. Juni 2019 beschlossen. Nähere Informationen unter www.g-ba.de.

Aus einer Pressemitteilung der Patientenvertretung im G-BA geht deutlich hervor, dass gerade auch hinsichtlich der  barrierefreien Zugänge zu Arztpraxen die Vorschläge der Patientenvertretung in die neuen Regelungen eingeflossen sind. Künftig muss in den Bedarfsplänen anhand bestimmter Kriterien abgebildet werden, wie sich die Barrierefreiheit von Arztpraxen in den Einzugsgebieten der jeweiligen Kassenärztlichen Vereinigung darstellt. Damit wird die Voraussetzung dafür geschaffen, dass gezielte Maßnahmen für die Verbesserung der Barrierefreiheit geplant werden können.

In Hamburg bietet sich für die Akteure die Möglichkeit, hierzu an den Erfahrungen des Projektes zur Barrierefreiheit in Arztpraxen anzuknüpfen. Erste Überlegungen in diese Richtung gibt es bereits.

Momentan findet keine Beratung in den Kontaktstellen oder am Selbsthilfetelefon statt.

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