13.02.2020

Partizipation von Suchtbetroffenen

Seit März 2018 und noch bis zum Februar 2021 läuft ein Projekt, das das Blaue Kreuz in NRW für den dortigen Fachausschuss Suchtselbsthilfe durchführt. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis von Betroffenenkompetenz bei Haupt- und Ehrenamtlichen in der Suchthilfe zu entwickeln und daraus Handlungsempfehlungen zu erarbeiten, die konkret in der kommunalen Praxis umgesetzt werden können.

Das Projekt begann mit einer Literaturrecherche und Ist-Stand-Analyse seitens der wissenschaftlichen Begleitung und es folgten drei Ideenwerkstätten mit Aktiven aus der Selbsthilfe und den Hauptamtlichen aus der Suchtselbsthilfe. Die Ergebnisse dieser Ideenwerkstätten flossen in eine Handlungsempfehlung für die Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene ein. In der nächsten Phase sollen konkrete praktische Erfahrungen mit der Umsetzung der Handlungsempfehlungen gesammelt und dann abschließend von allen Beteiligten evaluiert werden.

Gerade die bisherige Dokumentation der Ideenwerkstätten ist lesenswert, finden sich dort doch alle Themen wieder, die die Suchtselbsthilfe und die professionelle Suchthilfe als Hindernisse und als förderlich in der Zusammenarbeit empfinden. Deutlich wird dabei, dass es um gegenseitige Wertschätzung und Achtung geht und um klassische Konflikte zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen: „Als besonders problematisch wird das Zeit- und Terminmanagement bei partizipativen Veranstaltungen erlebt. Beruflich eingebundene Ehrenamtler*innen können in der Regel Termine in der Woche und insbesondere vormittags kaum wahrnehmen. Die Schaffung von Kompromisslösungen bei Terminansetzungen für Aktive aus dem haupt- und ehrenamtlichen Bereich erscheint als eine der Hauptbedingungen für eine gelingende Beteiligung Betroffener.“ (>> Zur Zusammenfassung der Ergebnisse)

Dies trifft auch in Hamburg zu, wo Arbeitskreise und Fachausschüsse sich in der Regel immer an den Hauptamtlichen orientieren und Vorschläge, AGs in Abendzeiten zu verlegen, in der Praxis scheitern. Die Hamburger Suchtselbsthilfe wird sich in den Statements aus NRW wieder finden. (>> Handlungsempfehlungen) Umso interessanter wird es sein, wie die Erfahrungen in der praktischen Phase ausschauen werden und was davon auch auf Hamburg übertragbar ist. Das bisherige Geschehen im Projekt und die vorläufigen Ergebnisse finden sich hier.

Frank Omland, Öffentlichkeitsarbeit

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