12.02.2020

Neues aus der Selbsthilfeunterstützung in NRW

Im November 2019 veranstaltete die KOSKON, die Koordination für die Selbsthilfeunterstützung in NRW, für die knapp 50 Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfebüros im bevölkerungsreichsten Bundesland einen Fachtag. Neben einer Fotodokumentation mit kleineren Texten stehen zwei Vorträge als Powerpoint-Folien online. Zum einen ein Impuls aus der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim, der bedauerlicherweise ohne einen Podcast des Vortrags nicht immer inhaltlich nachvollziehbar ist, weil auf den Folien zum Teil nur die Schlagworte stehen und der eigentliche Text der Referentin, Silke Schwinn, M. Sc, fehlt. Am Ende des Vortrags wird noch auf ein kleines Projekt der UKE in Hamburg verwiesen, was sich bis Februar 2020 mit dem Thema „Digitalisierung in der gesundheitlichen Selbsthilfe“ befasst, dessen Ergebnisse dann bald im Internet zu finden sein werden.

Der zweite Foliensatz beschäftigt sich mit der professionellen Selbsthilfe-Unterstützung in Nordrhein-Westfalen und zeigt eine Bestandsanalyse 2018 unter dem Motto „Was bewegt die Menschen?“. Darin wird deutlich, dass in NRW als bevölkerungsreichstem Bundesland (17,93 Millionen Menschen) sowohl die Aufgaben- als auch die Themenpalette denen aus Hamburg (1,82 Millionen Menschen) sehr ähnelt. So fanden 2018 insgesamt 374 Gruppengründungen statt, was gemessen an der Bevölkerungsanzahl um ¼ geringer ausfällt als in Hamburg. Vermutlich spiegelt sich hierin der größere ländliche Raum in NRW wider. Zudem nimmt in NRW der Aufwand für die Mehrzahl der Gruppengründungen zu; eine Tendenz, die sich in Hamburg nicht direkt bestätigt. Doch können wir feststellen, dass ein Teil der bestehenden Selbsthilfegruppen relativ viel Arbeitskapazität seitens der Selbsthilfeberaterinnen bindet.

Ein deutlich anderes Bild zeigt sich bei Gruppen mit fremdsprachlichen bzw. migrantischem Hintergrund: während in NRW die psychosozialen Themen den Schwerpunkt der Gruppen bilden, ist es in Hamburg der Bereich Sucht, erst danach die Themen des alltäglichen Zusammenlebens. Und wie auch in anderen Regionen liegen sowohl in NRW als auch in Hamburg im Ranking der Anfragen nach Selbsthilfegruppen Depression und bipolare Störungen, psychische Erkrankungen, Ängste und Phobien sowie die Suchterkrankungen weit vorne. Dasselbe gilt für den Bereich der „Sozialen Themen“ wie es die Kolleginnen in NRW nennen. Hier sind auch in Hamburg Nachfragen zu Trauer, Trennung und Scheidung, Gewalterfahrungen sowie der sozialen Isolation und Einsamkeit häufig anzutreffen.
Zum Schluss möchten wir noch die Abschlussfolien der Kolleginnen aus NRW zitieren, denn angesichts des Wetters in Hamburg lässt dieser uns doch schmunzeln: „Eine gute Selbsthilfegruppe ist ein Hort ansteckender Gesundheit“.

Frank Omland,
Öffentlichkeitsarbeit

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