15.02.2019

1979 – das Jahr, in dem die professionelle Hamburger Selbsthilfeunterstützung startete

Vor 40 Jahren, im Frühjahr 1979, traf sich in Hamburg ein Kreis von Professionellen aus der Soziologie, Psychologie, Medizin und von Interessierten aus der Selbsthilfe und gründete eine regionale Selbsthilfe-Arbeitsgemeinschaft. Diese „Initiativgruppe Selbsthilfe Hamburg“ verfasste im Rahmen des medizinsoziologischen Forschungsprojekts „Chronische Krankheiten, Behinderung und Rehabilitation unter medizinischen und sozialen Aspekten“ (Leitung: Dr. Hanneli Döhner) Berichte, die erstmals intensiver die Selbsthilfe in Hamburg in den Blick nahmen. Die Gruppe traf sich zuerst im Café des AK 71 in der Bundesstraße, schon damals ein Treffpunkt der Psychiatrie-Erfahrenen. Was folgte war eine Selbstverständnis-Debatte und die Definition der Aufgaben der Initiativgruppe. Diese wollte sich bei der Unterstützung der Selbsthilfe auf organisatorische und Vermittlungsaufgaben beschränken und entwickelte bei den folgenden monatlichen Treffen in der Medizin-Soziologie am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) einen Antrag auf ein Forschungsprojekt, das durch das Bundesministerium für Forschung und Technologie eingereicht wurde. Titel: „Laienpotential, Gesundheitsselbsthilfe und Patientenaktivierung“. Im Pavillon 11 (heute Gebäude O 49) des UKE startete im Juli 1979 damit ein vierjähriges Projekt, das die Arbeit der „Gesundheitsselbsthilfegruppen“ erforschen wollte. Dabei stand zuerst einmal eine Bestandsaufnahme der Selbsthilfegruppen in Hamburg an, um daraus Schlussfolgerungen zu ziehen, wie eine qualitativ hochwertige professionelle Selbsthilfeunterstützung auszusehen hätte.

Schnell stellte sich heraus, dass die entstehende Liste der Hamburger Gruppen auch für die Vermittlung und Information an Profis und Betroffene genutzt werden könnte. Und ohne es gewollt zu haben, entstand im Rahmen des Projekts ein so genannter Aktionsforschungsteil, der zur Geburtshelferin der späteren Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen wurde. Denn das Wissen um die Selbsthilfe konnte dazu genutzt werden, Neu-Interessierten den Weg in die Selbsthilfe zu erleichtern.

Wer genau wissen will, wie das Projekt gelaufen ist, kann sich dazu sehr gut auf dem Portal „Wissenstransfer“ für die Selbsthilfe informieren: http://elearn.hawk-hhg.de/projekte/wise/db01/projekt/proj166.php

Oder sich alternativ in die Publikation „Wünsche, Wissen, Widerstand. Selbsthilfegruppen diskutieren mit Politikern und Experten“ (Hamburg 1985) von Monika Dobler, Volker Enkerts, Christoph Kranich und Alf Trojan vertiefen.

Frank Omland
KISS Hamburg, Öffentlichkeitsarbeit

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