Selbsthilfe und Migration (bereits abgeschlossenes Projekt)

Die Selbsthilfe ist ein anerkannter Teil des Gesundheitssystems in Deutschland. Sie wird jedoch deutlich seltener von Migrantinnen und Migranten in Anspruch genommen als von der Rest der Bevölkerung. Dabei ist besonders diese Menschengruppe aufgrund ihres gesundheitsgefährdenden Lebensstils oft von chronischen Erkrankungen betroffen. Diese Tatsache war der Hintergrund für die Entstehung des Modellprojekts „Weiterentwicklung der Selbsthilfeunterstützung für Migrantinnen und Migranten in Hamburg“ im Oktober 2008. Das Ziel des Projekts ist, die bisher sehr stark „deutsch“ geprägten Selbsthilfegruppen und Kontaktstellen interkulturell zu öffnen und somit den Zugang zur Selbsthilfe für Migrantinnen und Migranten zu erleichtern.

In der ersten Phase sind die Zugangswege von Migrant/innen zur Selbsthilfe erforscht worden. Vieles Positives ist passiert- zum Beispiel neue muttersprachige Selbsthilfegruppen sind entstanden und auch der Gedanke der Selbsthilfe konnte durch die Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit viele Menschen mit Migrationshintergrund in Hamburg erreichen. In der zweiten Projektphase sollen diese Erkenntnisse zur interkulturellen Öffnung der Selbsthilfe gefestigt und die bei KISS Hamburg erworbene interkulturelle Kompetenz für andere Kontaktstellen sowie Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen nutzbar werden. Dabei ist die interkulturelle Begegnung von großer Bedeutung.

Interkulturelle Öffnung der Selbsthilfe bedeutet auch, dass Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen miteinander interagieren, sich austauschen und vernetzten können. Aus diesem Grund findet regelmäßig der Runde Tisch zur Interkulturellen Öffnung der Selbsthilfe in Hamburg statt. In diesem Arbeitskreis treffen sich Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen mit Mitarbeiter(innen) von Einrichtungen aus dem Bereich Migration und Gesundheit aus Hamburg zusammen. In jeder Sitzung steht das Thema Austausch und Vernetzung im Vordergrund.

Das Projekt lief von 2008 bis Anfang 2015.

Flyer
Stark in der Gruppe - Selbsthilfegruppen mit dem Schwerpunkt Migration
mehrsprachiger Flyer Was ist eine Selbsthilfegruppe?

 

Projektfinanzierung: AOK Rheinland/Hamburg                              

Träger: Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Hamburg e.V.

                                                                                       


Fachbroschüre: Kultursensible Selbsthilfe. Wege zur Interkulturellen Öffnung der Selbsthilfe am Beispiel des Hamburger Praxisprojektes

In dieser Broschüre zeigen wir anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis, welche Erfahrungen wir bei der Umsetzung der einzelnen Projektschritte gemacht haben und wie nachhaltige strukturelle Veränderungen initiiert wurden.
Die schriftliche Dokumentation spiegelt einerseits die Arbeit wider, die im Rahmen des Projektes „Weiterentwicklung der Selbsthilfeunterstützung für Migrantinnen und Migranten in Hamburg“ geleistet wurde und gibt zum anderen sehr praktische Hinweise für die Umsetzung Interkultureller Öffnung im Bereich der Selbsthilfe.

Gerne senden wir Ihnen die gebundene Ausgabe unserer Broschüre zu. Bitte rufen Sie uns unter der Telefonnummer 040/537 97 89 70 an oder scheiben Sie uns eine E-Mail an kiss@remove-this.paritaet-hamburg.de und teilen Sie uns mit, wie viele Exemplare Sie kostenlos zugesandt bekommen möchten.

Die Broschüre zum Downloaden finden Sie hier:
Kultursensible Selbsthilfe. Wege zur Interkulturellen Öffnung der Selbsthilfe am Beispiel des Hamburger Praxisprojektes


Film „Impressionen aus der kultursensiblen Selbsthilfe“

Im Rahmen unseres Projektes entstand im September 2014 in Zusammenarbeit mit der Videojournalistin Katja Gwosdz der Kurzfilm „Impressionen aus der kultursensiblen Selbsthilfe“. Der Film gibt unterschiedliche Einblicke in die Arbeit der migrantischen Selbsthilfegruppen und beleuchtet die Kernbereiche des Projekts genauer.

Den Kurzfilm finden Sie unter:
https://www.youtube.com/watch?v=hntsRvnKpT8


Schriftliche Befragungen zum Stand der Interkulturellen Öffnung in der Selbsthilfe

Im Rahmen unseres Projekts fanden 2013 und 2014 Befragungen zum Stand der Interkulturellen Öffnung in der Selbsthilfe in Hamburg statt. Mit der Erhebung sollte ein möglichst großer Kreis von Expert/innen in Bezug auf Selbsthilfe, Migration und Gesundheit erreicht werden. Die Befragung richtete sich insbesondere auf folgende Aspekte:

  • Welche Zugangsbarrieren zur Selbsthilfe von Menschen mit Migrationshintergrund gibt es?
  • Wie kann man das Prinzip einer Selbsthilfegruppe kultursensibel erklären?
  • Sind muttersprachige Selbsthilfegruppen sinnvoll?
  • Was bedeutet interkulturelle Kompetenz im Bereich Selbsthilfe?
  • Was kann die Teilnahme von Menschen mit Migrationshintergrund in der Selbsthilfe erleichtern?
  • Welche Wünsche bezüglich einer Fortbildung zum Thema interkulturelle Öffnung in der Selbsthilfe gibt es?
  • Was bedeutet interkulturelle Öffnung der Selbsthilfe?


Insgesamt sind in die Auswertung 95 ausgefüllte Fragebogen (Mitarbeiter/innen aus Beratungsstellen und Institutionen; Mitgliedern aus Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen; Kontaktstellenmitarbeiter/innen) eingeflossen.

Die Auswertungen der Befragungen finden Sie hier
1. Befragung innerhalb der Selbsthilfe
2. Befragung innerhalb der Kontaktstellen

Öffnungszeiten der Kontaktstellen

Zurzeit ist folgende Kontaktstelle telefonisch und persönlich zu erreichen:

 

Kontaktstelle Harburg

040/300 873 22

14.00 - 18.00 Uhr
Neue Straße 27, 21073 Hamburg

 

Kontaktstelle Mitte

040/537 978 979

10.00 - 14.00 Uhr
Kreuzweg 7, 20099 Hamburg

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