Auftaktveranstaltung „Neue Wege in der Selbsthilfe“ April 2017

Großer Andrang, viel Gelegenheit zum AustauschDas von KISS Hamburg und der AOK Rheinland/Hamburg gemeinsam getragene  Projekt „Neue Wege in der Selbsthilfe“ feierte mit über 100 Teilnehmer/innen aus dem Bereich der Selbsthilfe und angrenzenden Praxisfeldern sowie zahlreichen Experten und weiteren Interessierten Anfang April 2017 einen erfolgreichen Auftakt im Zentrum für Aus- und Fortbildung in Hamburg.

Schon seit geraumer Zeit befindet sich die Selbsthilfe vor dem Hintergrund sich stetig verändernder Kommunikationswege und Austauschformen sowie gestiegener Möglichkeiten der Internetnutzung im Wandel. Die Gewinnung neuer Mitglieder, der zu bewältigende Generationswechsel, die Aktivierung von eher selbsthilfefernen Personenkreisen und ein adäquater Umgang mit digitalen und sozialen Medien erfordern eine Auseinandersetzung mit bestehenden und neuen Zugangswegen in der Selbsthilfe – und genau hier setzt das Projekt „Neue Wege in der Selbsthilfe“ an. die KISS-Moderatoren Anke Heß und Danilo Schmogro

Zu Beginn der Veranstaltung vermittelte Dr. Claudia Lampert vom Hans-Bredow-Institut einen Überblick zum aktuellen Forschungsstand an der Schnittstelle von Gesundheitsförderung und neuen Medien. Sie resümierte, dass Gesundheitsinformationen im Internet und insbesondere in sozialen Netzwerken und mobilen Anwendungen einen Bedeutungszuwachs erfahren haben, für die Angebote der Selbsthilfe stellen sich jedoch besondere Herausforderungen im Hinblick auf Transparenz und Datenschutz.
Darüber hinaus gab es vielseitige Einblicke in die praktische Arbeit von Selbsthilfegruppen  und -organisationen, die bereits innovative Wege gehen.

Martin Stieben vom Netzwerk der Jungen Bechterewler berichtete von seinem Engagement im Bereich der Jungen Selbsthilfe und verdeutlichte, dass die Nutzung audiovisueller Medien und die Vermittlung von gesundheitsfördernden Bewegungsangeboten und erlebnisorientierten Veranstaltungen die Ansprache jüngerer Betroffener erleichtern und einen wichtigen Beitrag zur Gewinnung von neuen Mitgliedern sein können.

Susanna Saxl, Mitarbeiterin der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, moderiert einmal monatlich eine virtuelle  Selbsthilfegruppe. Dort treffen sich Angehörige von Menschen, die an der seltenen Frontotemporalen Demenz erkrankt sind, zu einer Videokonferenz. Die Gruppe bietet Betroffenen unabhängig von ihrem Wohnort die Möglichkeit, sich gegenseitig zu informieren und zu stärken. Hierfür erhielten sie auch den Goldenen Internetpreis 2016.

Darüber hinaus war die Frauenselbsthilfe nach Krebs durch die Ehrenvorsitzende Heidi Schulte vertreten. Sie referierte zum Thema Generationswechsel, welches für viele Selbsthilfegruppen und -organisationen eine besondere Herausforderung darstellt. Hierbei wurde deutlich, dass Nachfolgesicherung und Übergabe bedeutende Leistungen sind, die Raum für neue Möglichkeiten und Gestaltungsspielräume geben und nachhaltige Veränderungsprozesse anregen.

Claudia Tozzi stellte die NetzwerkStatt Krebs vor und widmete sich insbesondere dem modern gestalteten Internetauftritt. Dieser überzeugt nicht nur durch eine kreative und erfrischende Konzipierung, sondern bietet auch wertvolle Informationen, die besonders auf die Sorgen und Bedürfnisse junger Betroffener eingeht. Hierfür wurde die NetzwerkStatt Krebs auch mit dem Hamburger Selbsthilfepreis der Ersatzkassen im Jahre 2016 ausgezeichnet.

Gruppenbild von KISS, AOK und ReferentInnenDas Zusammentreffen und der persönliche Austausch von jung und alt, von klassischen Selbsthilfezusammenschlüssen und modernen medialen Austauschformen, von langjährig bestehenden Zugangswegen und neuen Begegnungsmöglichkeiten in der Selbsthilfe wurde von den Teilnehmenden als bereichernd und informativ empfunden. In dem vierteljährlich statt findendem Forum „Neue Wege in der Selbsthilfe“ soll dieses Konzept fortgeführt und praktische Handlungsoptionen aufgezeigt und vertieft werden.

 

 

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