08.02.2018

„Nur ein Klischee? Sind Männer Gesundheitsmuffel?“

„Nur ein Klischee? Sind Männer Gesundheitsmuffel?“ so lautete der Titel eines 4 ½ minütigen Kurzfilms der AG Männergesundheit Hamburg. Deren Mitglieder haben Männer auf ihren Umgang mit der eigenen Gesundheit angesprochen. Und es stellte sich heraus: die Antworten entsprachen einerseits gängigen Klischees, andererseits spiegelten sie ein hohes Gesundheitsbewusstsein wieder.

Doch bevor auf den Film eingegangen werden soll, erst einmal kurz etwas zur AG Männergesundheit Hamburg (AGM). Diese besteht seit mehr als zehn Jahren und an ihr haben in unterschiedlicher Zusammensetzung Vertreter der Gesundheitsbehörde, der Selbsthilfe, der Aidsseelsorge, der Opferhilfe, aus dem Bereich Männer- und Jungenarbeit sowie weiteren professionellen Institutionen teilgenommen. Die AGM versucht, mit verschiedenen Veranstaltungen und Veröffentlichungen das Thema Männergesundheit in Hamburg voranzutreiben (siehe http://www.maenner-und-trauma.de/ueber_uns.html) und eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.

In 2017 entschied sich die AGM dafür, unter dem Motto „Männer Machen Markt“ eine Aktion auf einem samstäglichen Wochenmarkt durchzuführen. Ziel war es, Männer anzusprechen, die durch die bisherigen Formate nicht erreicht worden sind. Die AGM bespielte einen Infostand, beförderte mit einem ansprechend gestaltetem Mitmachquiz aktiv den Dialog mit dem leicht skeptischen Publikum und erleichterte mit Schautafel und Infografiken zum Gesundheitszustand von Männern und Frauen den Zugang für Dritte.

Ein sehr interessantes Highlight stellten die Reaktionen auf ein Interviewteam dar, das mit Hilfe zweier Kameras Antworten von Männern zu Alltagsgesundheitsfragen aufnahm: „Ich könnte öfter hingehen, bin da typisch männlich“, ähnlich lautete die Antwort eines anderen Mannes, der meinte er könnte mehr tun, müsste dazu aber seinen inneren Schweinehund überwinden. Gleichzeitig betonten die Interviewten, dass sie viel Sport treiben würden, dies aber nicht aus Gesundheitsgründen, sondern weil es ihnen Spaß machen würde. Und das Fazit des ältesten Interviewten zu seiner Lebensweise lautete schlichtweg: „Nicht umsonst wir man so alt“.
Die Resonanz auf das Team war fast durchgehend positiv, die Reaktionen der Männer (und häufig deren Frauen) deuteten an, dass weiterhin die Devise lautet: „Mann ist gesund, bis er zum Arzt geht“ und "Mann geht potentiell eher nicht zum Arzt, wenn er keinen konkreten Anlass dafür sieht." Faktisch ist das gesund, denn antiemanzipatorische Ansätze, die Männern (und Frauen) sagen, was sie zu tun und zu lassen hätten (Klassiker: Geh zur Vorsorge!), befördern eher die Ablehnung und verhindern einen reflektierten Umgang mit der eigenen Gesundheit.

Anfragen zum Film und Kontakt zur AG Männergesundheit: frank.omland@remove-this.paritaet-hamburg.de

Öffnungszeiten der Kontaktstellen

Zurzeit ist folgende Kontaktstelle telefonisch und persönlich zu erreichen:

Kontaktstelle Harburg

040/300 873 22

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